So 06.09.2026 | Carhaix – Rohan

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Via

  • Mûr-de-Bretagne
  • Pontivy

Infos

  • 113 km
  • 6:14 h
  • 7.50 l
  • Camping
  • Camping municipal Val d’Oust
  • EUR 9.64

Strava

Seit Wochen schlafe ich im rundum geschlossenen Zelt, letzte Nacht musste ich jedoch die Lüftungsschlitze wieder öffnen. Als ich nach Mitternacht mal aufwachte, war ich schweissgebadet und der Schlafsack war auch von aussen nass. Das Imprägniermittel auf dem Zelt wirkt auch als Dampfbremse… Bis am Morgen hat alles wieder abgetrocknet – allerdings merke ich die neue Zeitzone: Es war erst um 07.00 Uhr hell genug, um mit dem Morgenessen beginnen zu können. In den letzten Wochen hatte ich da bereits um 06.00 Uhr genug Licht. Und wenn ich mich richtig erinnere, war ich vor zwei Monaten bei meiner letzten Frankreich-Etappe auf dem Weg nach Grossbritannien um 07.00 Uhr bereits auf dem Fahrrad…

Ich fuhr daher erst gegen 09.00 Uhr los – ein paar wenige andere Radler auf dem Zeltplatz waren da schon weg, andere am Frühstücken oder Zusammenpacken. Und bei einem so späten Start stellt sich natürlich die Frage: Bis wann werde ich die heute angepeilten 90 km schaffen? Und morgen habe ich ja sogar 110 km vorgesehen!

Ich wusste aber, dass die Strecke relativ flach sein wird – und morgen noch weniger Höhenmeter zu bewältigen sein werden. Die steilste Steigung war daher gleich zu Beginn vom Campingplatz zurück ins Zentrum von Carhaix, so dass ich nach drei Kilometern schon 70 Höhenmeter auf dem Zähler hatte. Anschliessend ging es nochmals ein kurzes Stück auf dem Bahnradweg aus Carhaix hinaus und zum Canal de Nantes à Brest. Diesem folgte ich den Rest des Tages, mit einer kleinen Ausnahme rund um Mûr-de-Bretagne: Dort verliess der Radweg den Kanal für ein paar Kilometer und folgte stattdessen dem Trassee einer stillgelegten Bahnlinie.

Der Kanal gewann zuerst an Höhe, indem ich an über 40 Schleusen vorbeifuhr. Interessant war, dass auf drei kurzen Abschnitten jeweils zwischen zwei Schleusen gar kein Wasser im Kanal war! Aber ich fuhr auch über 90 Kilometer dem Kanal entlang, bis ich überhaupt das erste Boot sah – und auch dieses machte den Eindruck, dass es schon länger nicht mehr benutz wird. Erst ein paar Kilometer später sah ich dann die ersten „richtigen“ Boote.

Es ist schon erstaunlich, wie viel leichter es vorangeht, wenn man mit den Schleusen bergab fährt, obwohl der Höhenunterschied so gering ist! Denn nach den ersten 40 Bergauf-Schleusen kamen nun etliche bergab. Erst bei der Bahnradstrecke um Mûr-de-Bretagne war wieder an Höhe zugewinnen, und gegen Schluss auch dem Kanal entlang ab Pontivy. Begonnen hatte ich mit einer Schleusennummer von über 200, hier in Rohan bin ich irgendwo zwischen 50 und 60 angelangt – der Kanal wird bis Nantes also definitiv flacher, denn dorthin sind es noch etwa zwei Tagesetappen!

Pontivy war mein eigentliches Etappenziel, ich war aber schon vor 15.00 Uhr dort. Deshalb hatte ich schon bei Mûr-de-Bretagne entschieden, bis zum Campingplatz in Rohan weiterzufahren. Ich fühlte mich gut, das Wetter wurde immer besser – ab 10.00 Uhr hatte es noch für eine halbe Stunde geregnet, nun schien immer mehr die Sonne – und wer weiss schon, wie das Wetter und mein Befinden morgen sein werden. So legte ich die zusätzlichen knapp 25 Kilometer schon heute zurück und habe dann morgen die kürzere Etappe. Mit Redon habe ich das Ziel ja bereits gestern Abend festgelegt; für Dienstag wird den ganzen Tag Regen erwartet, weshalb ich da einen Ruhetag im Trockenen einlegen werde.

Auf dem Campingplatz, wo ich noch vor 17.00 Uhr eintraf, war es sicher gegen 30 Grad warm, die verschwitzten Kleider und das Badetuch trockneten rasch. Nur der Schokolade, die ich noch von England dabeihabe, haben die Temperaturen nicht gut getan – als ich sie nach dem Essen im Restaurant zum Dessert essen wollte, musste ich sie als Crème aus der Verpackung löffeln… Eine perfekte Ausrede, damit man die ganze Tafel heute essen muss und nicht auf mehrere Tage aufgeteilt werden kann!

Heute habe ich Woche 11 der Tour komplettiert, ich bin also schon 77 Tage unterwegs. Aufgrund der Zeitdauer ist dies somit die längste Tour nach Südamerika 2008/09. Distanzmässig habe ich die 76-tägige Tour von 1999 aber noch nicht übertroffen, damals schaffte ich in dieser Zeit 3’500 km mehr! Aber das will ich dieses Jahr auch noch überbieten…


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