Heute Morgen รผbte ich mich in Geduld: Wie vom Wetterbericht angekรผndigt, begann es kurz nach 6 Uhr zu regnen. Diese Phase sollte um 8 Uhr enden, danach sollte es nur noch am Nachmittag kurz regnen. Ich wusste ja, dass es wieder eine kurze Etappe geben wird, dafรผr wieder mit vielen Hรถhenmetern – also nach dem Frรผhstรผck im Zelt weiter im eBook lesen.
8 Uhr kam und ging, es regnete immer noch, und auch um 9 Uhr kam weiter Nass von oben – mittlerweile immerhin nur noch ein leichtes Nieseln. Etwas nach 09.30 Uhr hรถrte es auf, und ich konnte meine Taschen aus dem Zelt schmeissen, das nasse Zelt einpacken und mit dem beladenen Fahrrad losfahren.
Die Strecke nach Dulverton habe ich gestern mit verschiedenen Tools simuliert, ich entschied mich aber nicht fรผr jene Variante mit den geringsten Hรถhenmetern: Diese wird im Internet als Wanderweg angepriesen, und die Bilder lassen darauf schliessen, dass es da heute wohl Schlammlรถcher hat – wenn ich mit meinem Gepรคck รผberhaupt รผberall durchkomme! Also nahm ich die 10 Kilometer-Variante mit 200 Hรถhenmetern.
Allerdings schaffte ich es nicht bis Dulverton, ohne mich umzuziehen: Nach etwas mehr als 15 Minuten setzte wieder Nieselregen ein, weshalb ich den Regenschutz รผber das Kurzarmhemd streifte. Auch die Schuhlinge habe ich angezogen, aufgrund der relativ warmen Temperaturen jedoch auf die Regenhosen verzichtet. Mit dieser Bekleidung war ich bis Barnstaple unterwegs, das ich gegen 14.30 Uhr erreicht hatte – mal regnete es mehr, mal etwas weniger, nur hin und wieder gab es trockene Abschnitte. Der Wetterbericht lag also punkto Niederschlag daneben! Dafรผr stimmte die Windprognose, denn dieser wehte heftig! Zum Glรผck musste ich nur selten frontal in den Wind pedalen, und heute war ich wirklich froh um die hohen Hecken. Auf einem Abschnitt war das besonders spรผrbar, denn der Seitenwind wurde weggeblockt; wenn die Hecke aber durch ein Gatter unterbrochen war, musste ich jeweils heftig dem gewaltigen Druck entgegensteuern!
Auf der Route befand sich Dulverton in einer tiefen Senke. Nach der Abfahrt in den Ort hinein ging es auf der anderen Seite wieder steil bergauf – und heute konnte ich wieder alles auf dem Fahrrad bewรคltigen und musste nie schieben. Nach 25 Kilometer hatte ich so schon 500 Hรถhenmeter erklettert und STRAVA zeigte mir an, dass ich auf einer Hรถhe von zirka 400 m รผ. M. bin. Da oben fuhr ich auf einem Grat, mal knapp unter der Wolkendecke, mal in den Wolken drin. Nun habe ich in England also doch noch Nebel erlebt…
Etliche Kilometer fuhr ich in diesem Hรถhenbereich, bis ich abbiegen und nach Brayford hinunterfahren konnte. Da zog ich heute erstmals die Sonnenbrille an, denn bei hรถheren Geschwindigkeiten kรถnnen die Regentropfen sonst arg ins Auge gehen!
Nach Brayford ging es natรผrlich wieder bergauf, aber spรคter folgte die nรคchste Abfahrt hinein in Barnstaple, hinunter auf Meereshรถhe. Dort legte ich beim Tesco eine etwas lรคngere Pause ein, nachdem ich in der Hรถhe nur einmal rasch fรผr einen Teigwarensalat anhielt – die Gefahr war mir fรผr einen lรคngeren Stopp zu gross, bei dieser Hรถhe und Nรคsse eine Erkรคltung einzuholen. Nun konnte ich zudem erfreut feststellen, dass zu Hause endlich meine neue Debit-Karte eingetroffen ist. So konnte ich diese auf dem Handy einrichten, damit ich zukรผnftig wieder damit bezahlen kann – der Wechselkurs ist da deutlich besser als bei den Kreditkarten. Im Tesco habe ich aber noch nicht damit bezahlt; da ich Grossbritannien bald verlasse, will ich noch so viel Bargeld wie mรถglich loswerden…
Nach einem verwirrenden Geschlรคngel durch Barnstaple ging es auf dem Tarka Trail weiter. Da es sich offensichtlich um eine stillgelegte Bahnstrecke handelt, war es endlich auch mal etwas eben – dafรผr kam der Wind nun schrรคg von rechts vorne. Und was sah ich mit der Zeit? Auf der rechten Seite wird es immer weisser – die nรคchste Regenfront naht! Also musste ich bald den Regenschutz wieder anziehen, den ich in Barnstaple hinten auf dem Gepรคcktrรคger – รผber der schwarzen Tasche und รผber dem Zelt – befestigt hatte. Die Schuhlinge hatte ich ja vorsichtshalber nie ausgezogen.
So ging es ein paar wenige Minuten im Regen daher, danach war es wieder trocken. Also Regenschutz wieder ausziehen – und nach ein paar Minuten kam die nรคchste Front! Auch diese war nach ein paar Minuten durch, doch nun behielt ich den Regenschutz an – lieber im Regenschutz schwitzen und das Gepรคck kann trocknen als im Regen herumzufahren. Und es wirkte, denn nun regnete es nicht mehr bis zum Campingplatz!
Diesen erreichte ich kurz vor 17.00 Uhr, also gerade im Zeitlimit. Als ich in Barnstaple anrief, erhielt ich die Auskunft, dass bis um diese Zeit jemand vor Ort ist. Wenn ich spรคter eintreffe, mรผsse ich wieder anrufen, damit jemand vorbeikommt.
Danach Zelt aufgestellt zum Trocknen, geduscht und die Wรคsche aufgehรคngt zum Trocknen. Mal schauen, ob bis morgen alles wieder trocken wird – aber es wird auch morgen sicher wieder regnen. Grossbritanniens Himmel nimmt weinend von mir Abschied…



















