Als ich gestern Abend die Homepage aktualisierte, fiel plötzlich das WLAN aus – und im Zelt hatte ich keinen Mobilfunkempfang. Draussen wehte der kalte Wind, so dass ich den Upload des Tagesberichts um einen Tag verschob.
Auch heute Morgen war WLAN immer noch nicht zurück. Der Wind wehte zwar auch nicht, aber es war trotzdem bitterkalt. Erst als die Sonne schien, wurde es etwas wärmer – und so konnte ich beim Start kurz vor 08.00 Uhr doch wieder nur mit Kurzarmhemd bekleidet losfahren. Ins Schwitzen kam ich rasch, denn die Anstiege der Küste entlang waren gnadenlos – dafür gab es immer wieder schöne Ausblicke!
In Broad Haven drehte der Radweg von der Küste weg, um nach Haverfordwest zu gelangen. Von dort aus hatte es auch den einen oder anderen ruppigen Anstieg, aber oft war es auf diesem Radweg auch relativ eben – vermutlich wieder eine stillgelegte Bahnstrecke. Nur am Schluss war wieder Klettern angesagt, denn die Brücke über die Daudgelddau war weit oben, um auf der anderen Seite in Pembroke Dock einzutreffen. Hierhin hätte ich gestern von Rosslare auch mit einer Fähre von Irish Ferries fahren können, diese legte 30 Minuten später ab und wäre etwas günstiger gewesen – aber dann hätte ich die tollen Ausblicke auf die Küste von Fishguard bis hierher verpasst!
Etwas nach Pembroke legte ich meine Mittagspause ein, und danach führten mich die Radwegweiser vom National Cycle Network Nr. 4 etwas in die Irre – so fuhr ich schlussendlich auf einer etwas breiteren Strasse in Tenby ein – Höhenmeter machte aber auch diese!
In Tenby gab es auch etwas zu feiern: Ich habe Kilometer 5’000 erreicht! Körperlich und – soweit ich es beurteilen kann – geistig geht es mir hervorragend! Die Füsse scheinen in den letzten Wochen etwas gewachsen zu sein, denn ich kann diese nun beim Duschen viel besser sehen… Glücklicherweise sind Socken und Schuhe mitgewachsen…
Bei der Stadtausfahrt von Tenby machte ich etwas, was ich rückblickend schon gestern in Fishguard hätte tun sollen: Da der Vorderreifen in immer kürzeren Abständen wieder aufzupumpen war, reparierte ich den Reifen. Wie vermutet handelt es sich um einen Folgeschaden von Tag 2, denn der auf den Mantel geklebte Flick, um das Loch der Scherbe abzudecken, war mittlerweile durchgescheuert. Also habe ich gleich zwei Flicke verwendet: Einen auf den Schlauch, den anderen auf den Pneu. Mal schauen, wie lange das wieder hält… Auch dem Hinterrad habe ich noch etwas mehr Luft gegeben – das ist schon eine Weile her, dass ich dort etwas nachgefüllt habe. Das Ergebnis war bemerkenswert: Unglaublich, wie viel leichter das Rad nun über den Asphalt rollte!
Trotzdem ging es nicht allzu rasch voran, denn die Anstiege und Abfahrten waren extrem steil, bis zu 20 %, so dass ich mich im 1. Gang hochkämpfen und aufgrund der engen und unübersichtlichen Verhältnisse hinunterbremsen musste! An den nachfolgenden Küstenorten Saundersfoot und Amroth präsentierten sich die Verhältnisse zudem identisch wie in Tenby: Der Radweg führte durch zugeparkte Strassen mit entsprechendem Stau sowie durch Fussgängerzonen, wo ebenfalls nur ein sehr langsames Vorwärtskommen möglich war. Das war neben den vielen Höhenmetern zusätzlich zermürbend!
Schlussendlich schaffte ich es doch noch nach Laugharne, und von dort aus den letzten kräftezehrenden Anstieg mit anschliessender Abfahrt zum Campingplatz, wo ich gegen 17.00 Uhr erschöpft eintraf. Heute Nacht werde ich sicher wieder ganz gut schlafen!
