Das Zelt trocknete während der Nacht wieder ab, ich blieb aber trotzdem noch etwas länger liegen – es ist morgens einfach bitterkalt! Allerdings benötigte ich heute für den Zeltabbau deutlich länger als sonst: Zwei Häringe wollten nicht mehr aus dem Boden kommen – die habe ich im gestrigen Regen richtiggehend „versenkt“! Mit viel Müh und Not brachte ich einen der Beiden wieder vollständig hinaus, beim anderen habe ich nun nur noch die halbe Länge, der untere Teil blieb im Boden stecken.
So fuhr ich „erst“ um 08.15 Uhr los. Das ist sonst bei Velotouren so die übliche Zeit. Wegen der grossen Hitze in den ersten Wochen hatte sich dieses Jahr aber die Abfahrtszeit auf vor 07.00 Uhr vorverschoben. Nun, wenn ich unterwegs das Tempo der letzten beiden Tage beibehalten kann, kann ich auch eine Stunde später starten und bin mit der gleichen Distanz trotzdem früher am Ende der Tagesetappe…
Jedenfalls schien beim Start die Sonne bereits so stark, dass ich auf das Thermo-Unterhemd verzichten konnte – erstmals wieder seit einigen Tagen! Knapp 13 Kilometer und 350 Höhenmeter später zog ich es aber wieder an, und es blieb den Rest der Fahrt am Körper. Der kühle Wind frischte auf, und manchmal versteckte sich die Sonne hinter Wolken; da hätte ich mich in der leichten Abfahrt rasch unterkühlt! Immerhin blieb es heute praktisch trocken, nur bei Ballymena habe ich ein paar Tropfen erwischt.
Ansonsten war die Fahrt ziemlich unaufgeregt. Etwa in der Hälfte erreichte ich bei Portglenone einen Radweg, womit ich wieder Wegweisern folgen konnte und erst auf den letzten Kilometern Organic Maps wieder intensiver zur Navigation benötigte. Dort ist mir auch aufgefallen, dass ich mich in einem weitaus grösseren Bally-Areal befinde als jenes in Schönenwerd: Nebst dem bereits erwähnten Ballymena fuhr ich auch durch Ballymoney, Ballybogey, Ballytober und Ballyness…
Nach dem Einkauf in Bushmills waren es noch drei Kilometer bis zur gebuchten Unterkunft: Erstmals seit vielen Jahren übernachte ich wieder einmal in einem Hostel. So wie es aussieht, wird das 6-Bett-Zimmer nur noch von einem jungen Pärchen belegt – wobei David in Bern studiert hatte.
Nach der Dusche zog ich nochmals die Schuhe an und ging auf einen kleinen Spaziergang: Das Hostel befindet sich gegenüber einem Parkplatz zum Giant’s Causeway. Bei dieser UNESCO-Welterbestätte sind ca. 40’000 Basaltsäulen zu sehen, die vor ungefähr 60 Millionen Jahren entstanden sind. Ich war aber nicht alleine dort, das scheint ein ganz beliebter Ort zu sein…
Vor einigen Jahren habe ich mal auf einer Google-Karte Sehenswürdigkeiten von Irland eingetragen (und Wales, weiter bin ich später nie mehr gekommen…). Der Giant’s Causeway war da auch dabei – und ich ging in den letzten Monaten davon aus, dass ich diese Sehenswürdigkeit auslassen werde; die geplante Route führte da gar nicht vorbei. Pläne können sich bekanntlich ändern, so dass ich gestern diesen Ort doch noch anpeilte (mangels passender Unterkunft auf der Route). Mal sehen, wie viele der anderen herausgesuchten Attraktionen ich in den nächsten Wochen sehen werde!



















