Auch wenn ich heute Morgen gut erholt vom Campingplatz rollte, war ich mir den heutigen Anforderungen bewusst. Nach wenigen Kilometern erreichte ich Domat/Ems, wo die Steigung begann – und das gleich richtig! Auf einer halb überwachsenen Schotterstrasse galt es gleich, im kleinsten Gang das Fahrrad hochzuwuchten. 100m Höhengewinn auf 1 km Fahrstrecke war angegeben!
Nach der Kuppe wurde die Schotterstrasse besser und weniger steil – fast schon flach… Wundern musste ich mich nur bei zwei Abschnitten, die mit einem Steinschlagschild und der Bitte/Anweisung, die Stelle zügig zu passieren, wundern: An der erste Stelle befand sich gleich dahinter ein Bänkchen, um sich ausruhen zu können, und bei der zweiten Stelle eine Informationstafel. Ist die Steinschlagtafel (mittlerweile) überflüssig oder wollen die hier die Touristen mit aggresiven Methoden loswerden?
Ohne weitere nennenswerte Anstiege ging es nach Thusis, wo ich das Ende der ersten Teiletappe definiert habe. Danach ginge es weiter nach Tiefencastel und aus meinen früheren Touren – auch wenn das in dieser Gegend schon etliche Jahre her ist – weiss ich, dass es bis dort mindestens durch einen langen Tunnel bergauf geht. Und danach wird die Strasse auch nicht flacher… Daher entschied ich mich für ein alternatives Transportmittel und fuhr mit dem Zug bis Samedan. Da konnte ich entspannt die Landschaft geniessen und durch den Albulatunnel noch ein Mittagsschläfchen machen.
Von Samedan aus galt es zuerst einmal, die Strecke nach St. Moritz zu bewältigen. Zuerst ging es noch flach dahin, doch am Schluss ging es wie auf einer Treppe hoch. Im Gegensatz zum Paar vor mir drückte ich die Pedale bis oben durch und musste nicht schieben…
Ausgangs St. Moritz ging es wieder bergauf zur Olympiaschanze – jedenfalls befand sich dort bei meiner letzten Durchfahrt vor über 20 Jahren auf Langlaufskis noch die Schanze. Diese wurde mittlerweile aber zurückgebaut. Danach ging es weiter durch das Oberengadin – natürlich im Gegenwind – zuerst auf einem Schotter-Radweg mit ein paar nahrhaften Steigungen nach dem Kite-Surf-Paradies, schlussendlich auf der Hauptstrasse bis Maloja.
Natürlich wäre es reizvoll gewesen, eine Nacht im Engadin auf einem der Campingplätze in St. Moritz, Silvaplana oder Maloja zu übernachten – aber auf einer Höhe von 1’800 m ü. M. wäre es nachts sicher frisch geworden, und morgen früh die Abfahrt vom Malojapass auch! So fuhr ich bereits heute durch das Bergell, zuerst die Serpentinen hinunter, später etwas schneller auf geraderen Abschnitten. Den Zoll passierte ich auch noch und ich rollte hinunter bis Borgonuovo, kurz vor Chiavenna. Hier checkte ich auf dem Campingplatz in Sichtweite zu den Wasserfällen ein und verbringe hoffentlich wieder eine ruhige Nacht wie gestern..
