Gestern Nach war es richtig heiss im Zelt, denn die Luft hat nie richtig abgekühlt. Der Vorteil war, dass heute Morgen beim Einpacken alles trocken war.
Den heutigen Tag kann ich in zwei Abschnitte unterteilen. Zuerst war es während 80 Kilometern eine wahre Schnitzeljagd, um die Radwegschilder zu finden und richtig zu deuten. Auf der Anfahrt zur Via Julia hatte ich noch damit gerechnet, doch dann auf der Via Julia selbst nicht mehr. Da waren z.B. einmal die Radwegschilder um ca. 60° verdreht, so dass ich gemäss Zeichen links abbog. Das Linksabbiegen galt aber der Gegenrichtung (von wo aus man das Schild kaum sehen konnte), ich hätte als rechts abbiegen sollen. Den Fehler bemerkte ich, nachdem ich 200 Meter den Berg hinabgerollt bin… Oder einmal war an einer Kreuzung, wo man nur links oder rechts abbiegen konnte, zwar angeschrieben, dass ich mich auf der Via Julia befand – ein Pfeil, in welche Richtung es weitergeht, fehlte aber. Fast schon lächerlich war die ausgeschilderte Umleitung, die mitten in die Baustelle führte. Etliche Male habe ich auch die Schilder zum Abbiegen nicht gesehen – es würde mich nicht wundern, wenn diese gut versteckt worden wären.
Die Via Julia folgt offenbar einer alten Römerstrasse von Augsburg nach Salzburg. Landschaftlich war das auf Dutzenden von Kilometern nicht gerade reizvoll, da es immer wieder schnurgerade durch dichten Wald ging. Da waren die Legionäre nicht zu beneiden, die tagelang nichts anderes zu sehen bekamen…
Am Ende des ersten Abschnittes wurde es etwas hügeliger und es gab doch noch die eine oder andere Aussicht zu geniessen.
Dann folgte der zweite Abschnitt – Rosenheim war schon 28 km vor dem Ort ausgeschildert, und nicht nur die nächste Ortschaft. Da erreichte ich auch das Ufer des Mangfalls, der in Rosenheim in den Inn mündet. Schnörkellos und ohne Gegensteigungen folgt der Radweg dessen Ufer, so dass ich mit Rückenwind mühelos über die Schotter- und Teerpiste flog.
Dieser Radweg ging wirklich bis zur Mündung des Mangfalls in den Inn, wo ich dann auf den Innradweg wechselte und weiter flussabwärts fuhr.
Der Radweg befindet sich auf einem Damm, der Inn war auf diesen Kilometern aber nicht viel zu sehen. Bei Hochwasser dienen die Flächen zwischen Flussbett und Damm offenbar als Auffangbecken. Einmal durfte man aber keine Höhenangst haben: Der Damm mit der Schotterpiste ist zwar schon 3-4 Meter breit, doch rechts ging es etwa 3 Meter steil hinunter bis zu einem schmalen Steinsims, der den Inn abgrenzte. Und auf der anderen Seite ging es auch etwa 5 Meter steil in ein Auengewässer hinunter. Einmal die Beherrschung über das Fahrrad verlieren, und man findet sich im Wasser wieder…
In Schechen verliess ich den Damm und steuerte den Campingplatz im Ort an. Hier verbringe ich die nächste Nacht im Zelt.


















