Heute morgen bezeichnete mich der Wiener, der auch mit Velo und Zelt unterwegs ist, als Spartakus. Dies, weil ich mit so viel Gepäck unterwegs bin und dann auch noch so hügeliges Gelände bewältige. Gestern wollte er mir schon einen Schönheitspreis für mein Zelt verleihen, weil ich die Häringe mit einem Hammer einschlug. Er ist da am anderen Ende der Gewichtsskala und hat sich sogar dagegen entschieden, ein Handtuch mitzunehmen – nach dem Duschen oder Baden im See kann man sich ja auch in der Sonne trocknen lassen… Wir einigten uns dann, dass wir das Gepäck nach unserem eigenen Körpervolumen richten, denn er ist nicht viel mehr als ein Strich in der Landschaft. Aber das ist ja das Schöne an Veloferien: Jeder kann so viel oder so wenig Gepäck mitnehmen wie er will. Und wenn ich meinen Panzer in Schwung gebracht habe, rollt er fast von alleine.
So ging es auch die ersten 15 Kilometer gemächlich auf dem Inn-Damm weiter, und ich befürchtete schon einen eher langweiligen Tag mit Fluss auf der einen und Gebüsch auf der anderen Seite.
Doch dann kam ich in den Ortsteil Elend der Gemeine Attel… Wenig später begann hintenrum der Anstieg zur Klosterkirche, die ich zuvor weit oben auf einer Anhöhe sah.
Auch danach sah ich den Inn kaum mehr, davon ging es ständig auf und ab, oft auch auf Schotterwegen. Die Anstiege waren meist kurz, aber meist auch sehr steil. Und selten hatte man oben einen Panoramablick auf eine Altstadt wie in Wasserburg.
In Gars am Inn war die Rampe ins Dorf immerhin angeschrieben – 14% – doch das war fast eine der leichtesten Steigungen… Kurz vorher hatte der Radweg einen besonders freudigen Verlauf, indem er im Zickzack dreimal über denselben Bergrücken führt.
In Gars am Inn habe ich den Innradweg kurzzeitig verlassen, um mich mit Verpflegung – insbesondere Getränke – einzudecken. Heute war es wieder heisser als in den letzten Tagen, so dass ich mich bereits um die Mittagszeit mit einem Liter Fruchtsaft stärkte, und nicht erst am Abend. Ich blieb dann für die folgenden Seiten auf der linken Innseite und bog dann bei Pürten wieder auf den Innradweg ein.
Kurz vor Kronberg legte ich die letzte Essens- und Ruhepause ein. Schon ein paar Kilometer vorher habe ich mir den Campingplatz von Marktl als Tagesziel auserkoren. Da ging es nun wieder eben dem Inn entlang, und nur vor Marktl war nochmals eine kurze, steile Rampe zu bewältigen – die ging sicher an die 25% ran! Aber es waren nur etwa 15 Meter, so dass ich weiterhin ohne Schiebeeinlage blieb. Insgesamt kamen heute 763 Höhenmeter zusammen – für einen Radweg einen Fluss hinunter ist das unüblich viel.
Der Campingplatz in Marktl ist auf einem ehemaligen Bauernhof eingerichtet, der frühere Kuhstall dient nun als Rezeption. Hier buchte ich gleich ein Hotel für morgen Nacht, die ich in Passau verbringen will.


















