So 12.07.2026 | Llanystumdwy – Prestatyn

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Via

  • Caernarfon
  • Bangor
  • Conwy

Infos

  • 115 km
  • 7:38 h
  • 7.00 l
  • Hotel
  • HQ Pencadlys
  • GBP 71.50

Strava

Wow, war das ein Tag heute!

Bereits um 06.16 Uhr trat ich in die Pedale und verliess den Campingplatz – da war die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft bereits gegen Argentinien ausgeschieden… Der Wind hatte in der Nacht spürbar aufgefrischt, und den ganzen Tag liess die Stärke nicht nach. Das hatte den grossen Vorteil, dass es einem wieder deutlich kühler vorkam als gestern. Etliche haben die Sonne deshalb wohl unterschätzt, so knallrot wie die am Nachmittag herumgelaufen sind! Da hatte ich den Vorteil, den ich auf den ersten Kilometern mit seitlichem Rückenwind hatte, längst hinter mir. Die letzten 70 Kilometer ging es immer mehr in den Gegenwind, bis ich ihn direkt von vorne im Gesicht hatte – entgegenkommende Radler mussten jedenfalls kaum treten!

Den ganzen Tag verbrachte ich wieder einmal auf Radwegen. Praktisch neben dem Campingplatz geht die Route Nr. 8 vorbei, und so fuhr ich wieder auf schmalen Wegen steile Anstiege hoch. Kurz vor dem „Höhepunkt“ muss ich wohl ein Schild verpasst haben und ein paar Höhenmeter mehr zurückgelegt haben als notwendig, dafür hatte ich dort oben einen tollen Ausblick auf die fantastische Landschaft. Als ich mich wieder auf den Weg machen wollte, kam Kevin mit seinem Hund vorbei und es gab noch einen kurzen Schwatz.

Danach ging es bergab, quer rüber zurück auf die Veloroute (natürlich mit ein bisschen bergauffahren) – und nun war der Veloweg eine sanfte Abfahrt auf einer stillgelegten Bahnstrecke bis hinunter nach Caenarfon. Toll, wenn man es so rollen lassen kann, und man am Ende mit der Totalansicht der Altstadtmauern von Caenarfon belohnt wird! Schon 1999 hatte mich diese Anlage beeindruckt, entsprechend freute ich mich darauf – und ich wurde nicht enttäuscht! Diesmal fuhr ich entlang der Stadtmauer und einmal auch kurz durch die Mauer in die Altstadt hinein – einfach fantastisch!

Weiter ging es nun ostwärts nach Bangor. Diese Stadt erreichte ich gegen 09.40 Uhr und ich nahm vor einem Lebensmittelladen mein erstes Mittagessen ein – der Laden öffnet sonntags erst um 10 Uhr. Nachdem ich die Vorräte wieder aufgefüllt hatte, fuhr ich in die Stadt hinein, wo es wiederum prächtige alte Gebäude und Hafenanlagen zu sehen gab! Den Ort verliess ich auf einem Radweg, mittlerweile die Nr. 5, der vermutlich wiederum auf einer ausgedienten Eisenbahntrassee angelegt wurde. Sonst käme es hier wohl kaum jemandem in den Sinn, einen sanft ansteigenden Radweg zu bauen! Die steilen Abschnitte kamen später schon noch, sowohl bergab wie auch bergauf.

Nun ging es praktisch durchgehend der Küste entlang, bis Conwy der Autobahn folgend. Eine Ortschaft vor Conwy, ich glaube, es war Penmaenmawr, war aber kaum zu erkennen, denn eine dicke Rauchwolke lag über der Ansiedlung. Schon bevor ich es sah, konnte ich es riechen: da brennt es irgendwo! Auf der anderen Seite des Dorfes hat sich oben auf dem Hügel offenbar ein Feuer entzündet, und der Wind wehte den Rauch über die Häuser hinweg. Als ich mehr als 3 Stunden später mal zurückblickte – entsprechend war ich schon mehrere Dutzend Kilometer weiter weg – konnte man am Himmel die Rauchwolken ausmachen. Da war/wird es sicher nicht einfach, das Feuer unter Kontrolle zu bringen!

Nächste bedeutsame Stadt war Conwy, welche wiederum mit Altstadtmauern, Altstadt, Hafen und Burg aufwartete. Einfach herrlich!
Nach dem Überwinden einer kleinen Halbinsel ging es nun definitiv an den Strand. Ein Örtchen mit Badestrand folgte dem nächsten, und Höhenmeter kamen kaum mehr auf den Zähler drauf – nur der Wind führte dazu, dass ich erst nach 17 Uhr in Prestatyn ankam. Dort hatte ich schon am Morgen bei der Essenspause in Bangor ein Zimmer reserviert. Es galt also, durchzuhalten! Aber für mich ist es sowieso kein Problem, Dutzende von Kilometern am Meer entlangzufahren, ohne einen Fuss hineinzuhalten.

In Prestatyn habe ich zwar keine Burg oder Altstadtmauern gesehen, ist aber trotzdem ein netter Ort. Den angestrebten Tesco fuhr ich jedoch vergebens an, dieser macht am Sonntag bereits um 16 Uhr Feierabend – genauso wie der Lidl. Also zur nächstkleineren Kategorie, und da ist der Spar eine gute Wahl: der hat hier täglich bis 21 Uhr geöffnet.

Das Zimmer ist in einem Pub, das Frühstück für morgen habe ich abbestellt. Dieses wird zwischen 8 und 8.30 Uhr bereitgestellt, und da möchte ich bereits wieder einige Kilometer in den Beinen haben. Nach dem Einchecken ging es daher auch gleich an die Routenplanung – und nach einigem Hin und Her habe ich auch für morgen Nacht ein Zimmer gebucht: In Douglas auf der Isle of Man! Das wird ein langer Tag geben, indem ich die restlichen Kilometer nach Liverpool fahren werde. Dort sollte ich am frühen Nachmittag ankommen. Nach etwas Shopping und Ausruhen geht es auf die Fähre, die um 19.15 Uhr abfährt und um 22.00 Uhr in Douglas ankommen wird. Die nächste fährt dann erst 24 Stunden später.

Ach ja, die Apotheke musste ich auch noch einsetzen: Gestern Abend habe ich die Büchse Chili con Carne gegessen, die nun drei Wochen in der Packtasche lag. Beim Aufräumen verfehlte ich die Büchse und streifte stattdessen mit dem rechten Daumen den Deckel. Mit dem Finger im Mund galt es, die Taschen zu öffnen, ein geeignetes Pflaster zu finden, dieses auszupacken und auf den Schnitt zu kleben, damit die Blutung stoppt. Zufrieden war ich mit dem Pflaster allerdings nicht. Es ist wasserabweisend – aber entweder nehme ich den Daumen aus dem Mund und klebe sofort das Pflaster drauf, oder ich wische den Speichel weg und die Stelle wird sofort voller Blut sein, was ja auch aus Wasser besteht!
Entsprechend klebte das Pflaster überhaupt nicht und musste noch mit einem zusätzlichen Verband fixiert werden. Das Pflaster hatte sich heute in Bangor verabschiedet, der Verband fehlte kurz nach Conwy auch. Nun, dann muss die Wunde halt so heilen. Der Abschiedsgruss meines anderen Fahrrads, den ich mir am Freitag vor dem Tourstart holte, indem ich mir beim Pedale demontieren drei Zähne vom Kettenblatt in die rechte Hand rammte, ist ja bald vollständig ausgeheilt…

Und noch was: Heute habe ich erstmals auf die Einlagehose mit Polsterung verzichtet und bin nur mit der Polsterung der Rennradhose gefahren. Mittlerweile hat sich da an der Kontaktstelle genug harte Haut gebildet, so dass ich dieses Kleidungsstück weglassen kann. Das wird auch den Bepanthen-Verbrauch im Schritt reduzieren, da nun weniger Reibung entstehen wird.


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