Ohne grosse physische Vorbereitung, mit knapp 290 km auf dem Fahrrad in den vergangenen 8 Monaten, startete ich heute morgen in ein neues Abenteuer. In den vergangenen Monaten setzte ich meine Freizeit zu einem grossen Teil fรผr ein anderes Projekt ein – und daran angelehnt habe ich die Route fรผr die ersten Tage geplant. Am Bezirksmusiktag organisierten wir den „Kampf am Rรถstigraben“, ich werde diesem Rรถstigraben nun ein wenig entlang fahren.
Zum Auftakt war aber weniger etwas von einem Graben zu merken, sondern vielmehr von Bergen und Pรคssen. Ich nรคherte mich der Romandie รผber den Passwang und dem Scheltenpass, wo ich auf 1’051 Meter den hรถchsten Punkt vom heutigen Tag erreichte.
Auch nachdem ich den Kanton Jura durch die enge Schlucht vom Scheltenbach erreicht hatte, nahm ich den nรคchsten Abzweiger von der Hauptstrasse und fuhr durch die idyllische Schlucht Richtung Vermes. Der Anstieg war zunรคchst noch moderat, doch hinter Vermes waren zunehmend kleinere Gรคnge gefragt. War es danach steiler, oder machte sich mein fehlendes Training bemerkbar? Schwierig zu beantworten – aber bevor die Steigung richtig anzog, legte ich meine erste Mittagspause ein und versorgte meinen Kรถrper mit frischer Energie.
In Schlangenlinie fuhr ich danach bis zum Abzweiger Richtung Seehof die Strasse hoch. Das war verkehrstechnisch kein Problem, denn der Verkehr war noch dรผnner als die Besiedelung in diesem Tal. Diesen Umstand nutzte auch ein schneeweisser Hund aus Envilier, welcher seelenruhig auf der Strasse spazierte.
Nach diesen Efforts war ich froh um die Abfahrt Richtung Corcelles. Dort angekommen, nahm ich gleich den direkten (Wander)weg nach Gรคnsbrunnen, wiederum abseits der Hauptstrasse. Ausserhalb vom Dorf wurde das Teerband durch eine Naturstrasse abgelรถst, welche immer steiler wurde. Meinen Reifendruck hatte ich selbstverstรคndlich auf Asphalt eingestellt – und so nahm kurz vor dem Scheitelpunkt das Unglรผck seinen Lauf… Ich hรถrte hinter mir ein Gerรคusch, blickte kurz zurรผck – und schon hatte mein Vorderrad durch die Lenkerbewegung keinen Grip mehr. Ein Sturz war da nicht mehr zu vermeiden. Dem Fahrrad und Gepรคck ist glรผcklicherweise nichts passiert, und die Schรผrfung an meinem rechten Ellenbogen wird sicher auch mal wieder heilen. Ach ja: das Gerรคusch wรคre unbedrohlich gewesen, da es sich um einen Zug handelte, welcher nach Moutier unterwegs war…
Ich fuhr noch das letzte Stรผck bis Gรคnsbrunnen, wo ich sogleich den Bahnhof ansteuerte: eine weitere Jurakette mit dem Fahrrad zu รผberqueren lag heute einfach nicht mehr drin! 50 Minuten und ein etwas kรผrzeres Nickerchen spรคter kam dann auch tatsรคchlich der nรคchste Zug, mit welchem ich durch den Weissensteintunnel und weiter bis Lommiswil fuhr. Von dort aus genoss ich die Abfahrt, fuhr zum Radweg an der Aare und folgte dem Fluss bis Bรผren an der Aare.
Nach einem Sprint รผber die Holzbrรผcke ins Stรคdtchen nahm ich sogleich den nรคchsten Radweg und folgte dem alten Aarebett. Dann waren es schlussendlich nur noch wenige Kilometer bis Lyss, wo ich die erste Etappe abschloss.


















