Mo 29.06.2026 | Luxemburg – Bièvre

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Via

  • Arlon
  • Léglise
  • Petitvoir
  • Ochamps

Infos

  • 124 km
  • 8:37 h
  • 6.50 l
  • Zelt
  • Widcamp
  • EUR 0.00

Strava

Wie erwartet hat es gestern Nacht geregnet. Als ich um 5 Uhr auf meinen Balkon ging, konnte ich den nassen Boden feststellen – und dass der Regen mittlerweile aufgehört hat. Knapp 100 Minuten später hatte ich das Studio geräumt und mein Fahrrad beladen, und konnte erstmals auf dieser Tour bei angenehmen Temperaturen velofahren – es wird um die 20 Grad gehabt haben. Es blieb lange in diesem Temperaturbereich, denn den ersten Schattenwurf gab es erst um 11 Uhr. Zuvor war der Himmel komplett bedeckt, und gegen 10 Uhr gab es auch einen ganz kurzen, schwachen Nieselregen.

Nach 20 Kilometern hatte ich mit Belgien das 5. Land dieser Tour erreicht. Dass ich da schon mittendrin in den Ardennen bin, konnte ich am heutigen Höhenprofil erkennen: Es ging zwar nie über mehrere Kilometer den Berg hoch (oder hinab), aber es war eigentlich nie eben. Stattdessen gab es ein ständiges Auf und Ab über kleinere und grössere Wellen. Gern hätte ich da die Wellen mit einem grossen Gang hochgedrückt, aber so weit ist mein Körper noch nicht. Stattdessen würgte ich mich hinauf und genoss die Abfahrten.

Nach der ersten Mittagspause gegen 10.30 Uhr neben einem 400 jährigen Eichenstumpf gab es noch ein zweites Mittagspause nach 13.00 Uhr – beide Male gefolgt von einer kurzen Schlafpause. Nach der zweiten Pause war die Sonne vollends draussen, aber es blieb fast 10 Grad „kühler“ als gestern.

Den Etappenschluss hatte ich mir deutlich weniger dramatisch vorgestellt. Bei km 96 erreichte ich um 16 Uhr den ausgesuchten Biwakplatz, wo man kostenlos übernachten kann. Was ich bei der Recherche im März nicht gesehen habe ist der Umstand, dass man vorher eine Reservierung buchen muss. Als ich das vor Ort nachholen wollte, war nichts mehr verfügbar. Ich wollte das Risiko nicht eingehen, später am Abend bei einer Kontrolle vom Platz geworfen zu werden, und nahm nochmals Fahrt auf. 25 Kilometer weiter befindet sich ein weiterer Campingplatz, der direkt an der Route liegt. Ich kämpfte mich daher bis nach Bièvre – doch dieser Campingplatz nahm keine Durchfahrtsgäste mehr an, man hat sich auf Dauercamper spezialisiert. Das musste bereits eine niederländische Velofahrerin erfahren, und sie hat einen weitern Campingplatz in 17 Kilometern Entfernung ausgemacht. Das Angebot, auch dorthin fahren zu können, lehnte ich ab, denn eine solche weitere Distanz habe ich nicht mehr drauf, sowohl psychisch wie auch physisch.

Beim nächsten Campingplatz „in meiner Richtung“ wollte ich vorsichtshalber anrufen, doch die eine Nummer war nicht mehr in Betrieb, bei der anderen wurde sogleich wieder aufgelegt . und weder bei booking.com noch bei AirBnB gab es etwas passendes in einer fahrbaren Distanz. Daher fuhr ich nur noch ein paar wenige Kilometer auf dem Radweg weiter und checkte die Optionen für ein Wildcamp. Um 19 Uhr fand ich ein geeignetes Plätzchen, ass zuerst etwas und stellte danach mein Zelt auf.

Ich bin gespannt, wenn ich später einmal diesen Text lese – beim Schreiben sind mir ständig die Augen zugefallen. Ich gehe daher davon aus, dass ich heute Nacht sehr gut schlafen werde…


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