Das Zelt blieb diese Nacht trocken, und ich konnte gegen 8 Uhr bei bereits angenehm warmen Temperaturen vom Campingplatz rollen. Ich folgte der รsterreichischen Veloroute zum Bodensee, und konnte dabei eine respektable Geschwindigkeit aufweisen: Die ersten 20 Kilometer in achtundfรผnfzigeinhalb Minuten, die folgenden in 56, 58 und 59 Minuten!
Bei Rheineck รผberquerte ich auf einer kleinen Brรผcke die Grenze in die Schweiz, und nun ging es dem Bodensee entlang Richtung Norden. Angestrebt habe ich Schaffhausen, damit ich Morgen in Schlagdistanz fรผr eine letzte Etappe nach Hause bin. Doch als in Arbon noch รผber 100 Kilometer bis zum Rheinfall angegeben waren, wurden meine Erwartungen arg gedรคmpft. Frรผher legte ich Schaffhausen-Schaan an einem Tag mit Gepรคck zurรผck – aber da war ich noch jung und radelte 180 Kilometer und mehr am Tag. Heute habe ich das nicht mehr drauf…
In Romanshorn habe ich mich nach einer Umleitung noch verfahren und konnte den See nicht mehr erblicken. Dafรผr landete ich in Amriswil. Da รผbermannte mich dann das Verlangen, heute Abend im eigenen Bett zu schlafen, weshalb ich beim Bahnhof von Amriswil diese Tour bereits heute nach 91 Kilometer als beendet erklรคrte.
Ich konnte auf eine sehr interessante und abwechslungsreiche Tour zurรผckblicken. Am Besten hat es mir dabei in Bosnien-Herzegowina gefallen. Natรผrlich ist es schade, dass dort an vielen Orten Mรผll herumliegt oder Hรคuser nur im Rohbau herumstehen – und ich die Sprache nicht beherrsche. Aber die Landschaft ist herrlich und die Leute sehr freundlich und hilfsbereit. Es wรผrde mich daher nicht wundern, wenn ich auch die Olympia-Lรผcke von 1984 bald einmal schliessen wรผrde. Auch Kroatien hat mir sehr gut gefallen – und die Dolomiten und Alpen mag ich ja sowieso!
รber das Erlebte konnte ich im Zug knapp 3 Stunden nachdenken. Dann folgte noch der Epilog von Oensingen รผber den „mรถrderischen“ Passwang nach Hause. Immerhin konnte ich feststellen, dass die 3.5 Kilometer lange Wand nach der geografisch heimtรผckischen Anfahrt nicht ganz so steil ist wie der Arlbergpass. So schaffte ich auch diesen letzten Berg auch noch, der Alpenblick wurde seinem Namen gerecht und ich konnte schlussendlich auf den Hausplatz rollen, wo ich freudig begrรผsst wurde.


















