Mi 17.07.2024 | Poggiridenti – Glurns

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Via

  • Tirano
  • Bormio
  • Stilfserjoch
  • Prad

Infos

  • 97 km
  • 6:42 h
  • 7.00 l
  • Zelt
  • Camping im Park
  • EUR 24.70

Strava

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Kurz nach 7.00 Uhr fuhr ich los, auf direktem Weg zurück zum Radweg Sentiero Valtellina und weiter talaufwärts. Bis Tirano gab es zwar auch den einen oder anderen Höhenmeter zu erklimmen, doch die richtigen Steigungen erfolgten erst danach. Da waren auch zweistellige Prozentzahlen dabei! Aber auch wenn es flach aussah, ging es eigentlich immer den Berg hoch.


Ich hatte das Gefühl, ich komme überhaupt nicht voran und gurkte in den kleinsten Gängen rum. Das hatte aber auch seinen Grund, denn andere (ohne Gepäck), die mich überholten, mühten sich auch ab, während entgegenkommende Radfahrer ohne zu Treten in hohem Tempo vorbeiflitzten. Nun ja, übernachtet hatte ich auf einer Höhe von ca. 300 m, Bormio liegt auf 1’200 Meter. Irgendwann muss es ja raufgehen…


Ob ich gestern die original geplante Etappe geschafft hätte, wenn ich vorgestern nicht bereits in Lecco angehalten hätte? Ich zweifle daran, denn die 45 Kilometer bis zum vorgesehenen Campingplatz verlangten mir so ziemlich alles ab. Und der Durst war dabei mein ständiger Begleiter: Bereits in der ersten Stunde hatte ich die erste 1.5 Liter-Flasche geleert… Zum Glück gab es weiterhin viele Rastplätze, so dass ich problemlos Orte zum Ausruhen und Essen fand – oder einfach, um den Kopf zum Kühlen unter das laufende Wasser eines Brunnens zu halten!


Auch 12 Kilometer vor Bormio legte ich nochmals eine Apfel-Esspause ein (mit geschlossenen Augen auf dem Rücken auf einer Bank liegend), denn ich sah vor mir die nächste Steigung auf mich zukommen – sonst könnte es diese Serie von Wasserfällen nicht geben… Bei der Radweggestaltung hat man sich aber tatsächlich etwas überlegt (was ich an anderen Orten oft vermisse – da geht es nur darum, die Velos von der Strasse wegzuhaben). Während die Hauptstrasse mit 10 % schnurgerade den Berg hochgeht, wurden in der zweiten Hälfte des Radwegs Serpentinen eingebaut. So wurde die Steigung etwas moderater.


Bei Kilometer 11 vor Bormio war auch diese Steigung bewältigt – und nun ging es praktisch eben durch das Tal bis nach Bormio. Dort studierte ich am Ortseingang die Informationstafel und versuchte, schnurstraks die Touristeninfo zu erreichen. So stand ich um 13.45 Uhr vor dem Büro – das von 13.00 bis 14.30 Uhr geschlossen ist… Aber dort gibt es vor der Tür Gratis-WLAN, so dass ich doch Nachforschungen betreiben konnte. Aufgrund des kräftezehrenden Aufstiegs fühlte ich mich nicht imstande, das Stilfserjoch hochzuladen – weder heute noch morgen. Sicher ist das mental bedingt – und ich schiebe das auf das nicht (oder kaum) laden wollende Handy, so dass mir die notwendige Substanz fehlt.


Und siehe da: Um 14.20 Uhr fahre ein Bus auf das Stilfserjoch! Der Busbahnhof ist wenig entfernt, ich rolle da hin, und ich kann tatsächlich mein Fahrrad verladen und motorgetrieben auf das Stilfserjoch gelangen. Diese Erleichterung kostete mich gerade einmal EUR 14 (6 für mich, 6 für das Fahrrad und 2 für das Gepäck)! Beim Warten konnte ich noch die Fahrpläne studieren – und das Timing hätte fast nicht besser sein können: Die Fahrt auf das Stilfserjoch gibt es nur zweimal täglich, einmal um 09.00 Uhr und einmal um 14.20 Uhr… So genoss ich die Fahrt und war bereits kurz nach 15.00 Uhr auf der Passhöhe. Dabei war ich froh, mich für den Bus entschieden zu haben, denn es gab auch viele enge Galerien, wo ich definitiv ein Hindernis gewesen wäre…


Geistesgegenwärtig hatte ich über 1’500 Höhenmeter tiefer noch die Jacke aus meinem Gepäck gezogen, so dass diese beim Aussteigen aus dem Bus bereits anhatte. Es war aber anständig warm und windstill, so dass ich auch ohne Jacke nicht gleich erfroren wäre. Für die Abfahrt behielt ich sie aber gleich an – und dann begann es auch noch zu nieseln. Ich kam aber problemlos die vielen Kehren hinunter und hielt unterwegs einmal an, damit meine Felgen wieder etwas abkühlen konnten. Auf diese Idee kam ich, nachdem mich ein Autofahrer überholt hatte und ich seine Bremsen deutlich riechen konnte…


Etwas leid taten mir die entgegenkommenden Radfahrer die meinten, ich sei mit meinem vollbepackten Rad hochgefahren. Nun, immerhin hatte ich bis Bormio auch über 1’000 Höhenmeter bewältigt – und vor über zwei Jahrzehnten fuhr ich ja tatsächlich auch mit beladenem Velo das Stilfserjoch hoch, nachdem ich am Morgen noch den Ofenpass überquert und das Val Müstair durchfahren hatte. Und am nächsten Tag wieder aus dem Val Müstair den Umbrail hoch, hinunter nach Bormio und über ein paar weitere Pässe an diesem Tag bis nach Pontresina. Wahnsinn, was damals noch möglich war!


Heute fuhr ich noch nach Prad hinunter, kaufte dort ein, vergass, die GPS-Aufzeichnung fortzusetzen und fuhr bis zum Campingplatz von Glurns. Erstmals auf dieser Tour bin ich in einer Gegend unterwegs, wo man Deutsch reden kann…


Nach einer grossen Portion Teigwaren sollte dies die letzte Nacht in Italien sein, morgen will ich in Österreich übernachten.


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