Nachdem ich mich am reichhaltigen Frรผhstรผckbรผffet ausgiebig versorgt hatte, nahm ich den Weg zurรผck zum Radweg. Nach wenigen Kilometern war dieser offiziell zu Ende, die Route gemรคss meinem GPX-Track geht aber weiterhin dem Kanal entlang. Nach etwas mehr als zwei Kilometern musste ich aber die Reissleine ziehen und umkehren. Mit dem vom taunassen Gras war die Lehmspur nur ein paar Zentimeter breit – und auf dieser rutschten meine Rรคder wie auf Schmierseife. Wenn einem dreimal das Vorderrad seitlich wegrutscht, ohne dass man hinfรคllt, ist das pures Glรผck! Und nur etwa ein halber Meter daneben ist der Kanal…
Mit MAPS.ME habe ich eine alternative Route fรผr die nรคchsten 25 Kilometern gesucht. Dass diese zweifellos besser war, sah ich bei den beiden Gelegenheiten, wo ich die ursprรผngliche Route querte. Da war jeweils nicht einmal mehr eine Lehmspur zu erkennen, sondern nur hohes Gras…
Ein paar Kilometer nach Pontavert kam ich auf die Voie Verte de l’Ailette. Dieser Rad- und Wanderweg zeichnet sich durch viele kleine Holzbrรผcken und -stege aus, und ist durchaus beliebt. So viel Verkehr wie hier hatte ich sonst den ganzen Tag nirgends!
Nach der Voie Verte musste ich wieder einen Alternativweg berechnen lassen, da die Route wiederum auf Gras weitergegangen wรคre. Da habe ich wirklich einen schlechten GPX-Track erwischt! Dafรผr kam ich nun an Coucy-le-Chรขteau-Auffrique vorbei – ein Ort, welcher frรผher wohl รคhnlich wie die Citรฉ Mรฉdieval von Carcassonne ausgesehen hat. Ein paar Kriege haben aber ihre Spuren hinterlassen, so dass von den einst prรคchtigen Stadtmauern und -tore nur noch Ruinen zu sehen sind. Wie ich auf einer Infotafel lesen konnte, wurde vor etwas mehr als 10 Jahren ein Wiederaufbau eines Stadttores beschlossen. Die offene Werkstatt beim Stadttor zeigt, dass hier etwas ein Dutzend Leute wohl ihre Lebensstelle gefunden haben.
Weiter ging meine Reise nach Chauny, wo ich auf die Eurovelo-Route 3 traf. 24 Kilometer waren es von diesem Ort aus bis zum Campingplatz – und trotz Single-Track, da ich am Schluss den Radweg verlassen musste, und Bergankunft habe ich fรผr diese Teilstrecke nur etwas mehr als eine Stunde benรถtigt. Da konnte ich wirklich spรผren, wie ich die Kraft auf die Pedale brachte!
Wird es heute nacht noch regnen? Vermutlich ja. Kaum war ich mit dem Abendessen fertig, kam ein erster Regenguss รผber den Campingplatz. Es reichte zwar nicht fรผr eine flรคchendeckende Nรคsse und alles war rasch wieder trocken, aber das Zelt habe ich dennoch fรผr Regenschauer vorbereitet. Womit es nun relativ drinnen relativ warm ist… Wir werden sehen, wie sich das Wetter entwickeln wird!


















