Ein bescheidener Tag mit einem Sch…-Ende!
Gestern Nacht hat es nochmals geregnet, aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit blieben die Strassen bis zum Mittag nass. Als ich um 08.45 Uhr losfuhr, war es aber angenehm warm.
Die ersten Kilometer kannte ich bereits vom Montag, denn es ging am Smartphone-Shop vorbei. Anschliessend folgte die Route dem Arno. Kurz vor Florenz war ich am Sonntag ja auf die EuroVelo 7 eingebogen, die vom Nordkap längs durch Europa bis hinunter nach Malta geht. Dem letzten Abschnitt folge ich nun – mehr oder weniger. Jedenfalls nahm ich heute manchmal die Hauptstrasse, um mir etwas Weg zu sparen, oder Höhenmeter, oder beides – oder weil der Radweg wegen einer Baustelle gesperrt war.
Die EuroVelo 7 nennt sich auch Sonnen-Route, doch insbesondere am Vormittag war davon kaum etwas zu sehen. Als ich bei Rignano sull’Arno auf einer Abfahrt die über 150 Höhenmeter wieder vernichtete, die ich kurz zuvor erklettert hatte, musste ich erstmals die Sonnenbrille anziehen – aber nicht etwa wegen der Sonne, sondern weil ein Regenschauer fast wie Hagel in meinem Gesicht aufschlug! Dieser Spuk war glücklicherweise rasch vorbei, doch bei der Mittagspause in San Giovanni Valdarno – der Radweg geht durch einen schönen Park mit vielen Bänken und ein paarmal sogar mit Tischen – startete ich das Essen und die anschliessende Ruhepause im Sonnenschein. Als ich anschliessend die Übernachtung buchte, begann es jedoch wieder zu regnen. Nach kurzer Zeit war ich dieser Wolke wieder davongefahren. Später erwischte ich nochmals ein paar Tropfen bei Sonnenschein.
Die Etappe hatte einige Höhenmeter zu überwinden, nicht nur der Anstieg vor Rignano sull’Arno. Wenig später war ich auf dem Radweg und durfte mich eine 15 Prozent-Steigung hochwuchten! Immerhin war da der Radweg befestigt, während ich zuvor auf einem Mergelweg unterwegs war, der aufgrund der Nässe entsprechende Dreckspuren an meinem Fahrrad hinterliess… Auch kurz nach der Mittagspause gab es nochmals einen etwas längeren Anstieg im zweistelligen Prozentbereich; die Hauptstrasse, auf die ich fast zuoberst einbog, machte auch nicht viel mehr Strecke, da hätte ich also auch gelitten! Auf der Route konnte ich immerhin fast durchgehend die gesamte Strassenbreite für meine Zick Zack-Fahrt nutzen…
In Arezzo peilte ich zuerst den Coop zum Einkaufen an. Leider liess ich mich von den Coop-Wegweisern dazu verleiten, die mit Organic Maps berechnete Route zu verlassen. Ich machte dadurch einen unnötigen Umweg und befand mich oft auf mehrspurigen Strassen… Bevor ich einkaufte, habe ich auf dem Parkplatz das Fahrrad vom Schmutz befreit, damit ich es mit ruhigem Gewissen in die Wohnung stellen kann. Das Appartement habe ich auch relativ zügig gefunden.
Und dann kam das Ende des Tages… Mit der Vermieterin habe ich telefoniert, um zum Schlüssel und ins Appartement zu gelangen. Sie hat mir noch per WhatsApp das WLAN-Passwort gesendet, ich konnte das Handy mit dem Internet verbinden und Strava hochladen. Dann reagierte das Handy plötzlich nicht mehr auf meine Eingaben und das Display begann zu flackern. Ich versuchte es mit einem Neustart, doch es wurde nicht besser, sondern immer schlimmer!
Und dann wunderte ich mich noch, dass ich ein stetes Tropfen in der Wohnung höre. Ich ging in die Küche – und stand im Nassen! Am Boiler leckte eine Leitung – und ich war nicht der Erste, der das bemerkt hat: Darunter stand ein Kochtopf, der mit Wasser gefüllt war. Aus der Leitung spritzte es zudem an den gegenüberliegenden Schrank, wo es auf ein auf der Mikrowelle stehendes Tablett hinunterlief – und auch dieses Tablett ist mit Wasser übergelaufen. Ich schüttete das Wasser aus, stellte die Behälter wieder zurück und wischte den Boden auf. Am Handy war der Bildschirm mittlerweile fast durchgehend schwarz, die Reparatur hat also gerade mal einen Tag gehalten. Daher die SIM-Karte wieder ins Backup-Handy gewechselt, und zum Glück konnte ich mich noch an das WLAN-Passwort erinnern, denn die WhatsApp-Nachrichten seit gestern Mittag sind nun natürlich verloren. Ich konnte wenigstens die Vermieterin anrufen und ihr den Schaden berichten. Ihre grösste Sorge war, ob ich noch heisses Wasser zum Duschen habe, und das war der Fall. Mit Isolierband habe ich noch die Leitung umwickelt, damit das Wasser wenigstens nicht mehr umherspritzt, sondern in den Eimer läuft (ich habe den Kochtopf durch einen Eimer ersetzt, da dieser grösser ist).
Nach dem Duschen ging im Wohnzimmer plötzlich das Licht aus, und Internet funktionierte auch nicht mehr. Ebenso gingen in der Küche keine Geräte mehr. Da gibt es wohl irgendwo einen Kurzschluss wegen dem Wasser, denn die FI-Sicherung – den Sicherungskasten habe ich gefunden – lässt sich nicht mehr einschalten. Immerhin sind nur ein paar Steckdosen betroffen, im Schlafzimmer funktionieren fast alle. Daher habe ich den Router dort eingesteckt und bin dann nochmals raus, um Pizza zu holen – die im Coop gekauften Lebensmittel kann ich ohne funktionierenden Herd nicht kochen! Auf OrganicMaps suchte ich die nächstgelegene Pizzeria, doch diese hat ihren Betrieb aufgegeben. Dort daher eine neue Suche gestartet, diesmal mit Google Maps. So kam ich doch noch zu einer Take Away-Pizza, die ich verdrücken konnte.
In der kurzen Zeit, bis ich mit der Pizza zurückkam, ist der Eimer schon halbvoll gelaufen. Das würde bedeuten, dass ich spätestens alle zwei Stunden den Eimer leeren müsste. Ich sah dann noch einen Hahn, und als ich an diesem drehte, stellte ich damit den Wasserdurchfluss durch die defekte Leitung ab. So habe ich nachts sicher Ruhe! Ich werde aber noch beobachten, ob dadurch allenfalls andere Probleme auftauchen. Da ich schon geduscht habe, benötige ich aber sowieso kein heisses Wasser mehr!
