Heute gab es tatsächlich viele Höhenmeter, und mit der Hitze wurde die Etappe richtig brutal. Aber alles der Reihe nach.
Bereits um 7.15 Uhr startete ich vor dem Hotel in Passau. die ersten Meter kannte ich bereits von der gestrigen Anfahrt, bevor es über die Donau ging. Danach folgte ein Tunnel und gleich noch eine Überquerung der Ilz, die hier auch in der Donau mündet. Ich nahm den Donauradweg flussabwärts, der schön breit und perfekt asphaltiert ist, so dass ich rasch die 18 km bis Obernzell zurückgelegt hatte.
In Obernzell bog ich auf den Donau-Moldau-Radweg ab und fuhr darauf hinein in den Bayrischen Wald. Zunächst ist der Radweg auf einer ehemaligen Bahnstrecke angelegt – aber warum ist der Radweg dann so steil? Auf einer Infotafel wurde mein Verdacht bestätigt, dass die Züge diesen Abschnitt mit einer Steigung von 7% mit der Hilfe von Zahnstangen bewältigten.
Später wurde die Steigung etwas flacher, doch es ging weiterhin bergauf – wie auch mit der Temperatur! Fast bei jeder Dorfdurchfahrt hielt ich heute Ausschau nach einem Edeka und ergänzte meine Flüssigkeitsaufnahme mit einem gekühlten Milchgetränk mit Bananengeschmack – bei 4 x 400 ml kamen so alleine schon 1.6 Liter zusammen, plus meine 3 x 1.5 l Wasserflaschen, die ich bis zur Ankunft komplett leerte, plus 1 l Fruchtsaft bei der Ankunft, plus 0.5 l Zitronenlimonade beim Abendessen, plus 1 l Sprite während der Nacht. Es gab also viel zu trinken und zu schwitzen!
Vor Wegscheid bog der Radweg vom Bahntrassee ab. Bis Jandelsbrunn folgte nun eine ständige Berg- und Talfahrt. Auch in der Gegenrichtung wären so viele Höhenmeter zu bewältigen. In einer der ersten Abfahrten kam mir denn auch eine Radfahrerin entgegen, die die ganze Strassenbreite nutzte und im Zick-Zack hochfuhr – so wie ich wenige Minuten zuvor auf der anderen Seite. Zwei andere Radfahrer bevorzugten es, das Rad hochzuschieben.
Immerhin habe ich selten die Radwegschilder aus den Augen verloren, so dass ich kaum zusätzliche Umwege machte. Und dies, obwohl ich meine Blicke immer wieder auf die schöne Umgebung richtete oder ein nächstes Schattenplätzchen zum Ausruhen suchte.
In Jandelsbrunn nahm der Radweg wieder ein altes Bahntrassee in Anspruch. Dies hatte den Vorteil, dass die Steigungen nun nicht mehr so steil waren. Der Nachteil war dafür, dass es bis 4 km vor Haidmühle permanent bergauf ging. Aber es waren häufig tiefe Einschnitte oder aufgeschüttete Dämme notwendig, um diese gleichmässige Steigung zu erreichen.
Nach vielen Verschnaufpausen erreichte ich Haidmühle auf einer Höhe von 830 m ü. M. gegen 16.30 Uhr. Die Unterkünfte waren noch in der Mittagspause, weshalb ich noch 1.5 km anhängte und über die Grenze zur Tschechischen Republik fuhr. So war ich heute sogar in drei Ländern, denn vor Wegscheid wurde ich auf einem kleinen Staudamm bereits vom Bundesadler auf gelbem Grund überrascht – der Radweg führt wenige hundert Meter über österreichisches Staatsgebiet.
Meine GPS-Aufzeichnung bestätigte, dass es heute sehr hügelig war. Kam ich bei den beiden Etappen durch das Allgäu auf knapp unter bzw. über 1’000 Höhenmeter, waren es heute mit beinahe 1’500 Höhenmeter bedeutend mehr!


















