Der Radweg folgte der mรคandernden Seine. Anstatt schnurstracks geradeaus das Zentrum von Paris in etwa 20 Kilometer zu erreichen, waren es so beinahe 50 Kilometer. Dafรผr war es dort auf vielen Kilometern sicher auch ruhiger als die Diretissima!
Auch die verschiedenen Bevรถlkerungsschichten konnte man sehen, an welchen der Radweg vorbeifรผhrte. Da war zunรคchst die gehobene Mittelschicht mit ihren gepflegten Einfamilienhรคusern. In St-Denis prallen aber Welten aufeinander: Einerseits das moderne Stade de France, Prunkstรผck der Grande Nation, andererseits die vielen Schlafstรคtten unter den Brรผcken direkt davor. Und auf die Idee, einen Einkaufswagen in einen mobilen Grill umzufunktionieren, wรคre ich wohl nie gekommen. Auf einem sehr belebten Platz habe ich gleich zwei solche Grillstellen gesehen.
Das letzte Stรผck ins Zentrum war alles andere als einfach – die Route lotste mich stรคndig auf Strassen, wo der Velostreifen infolge Bauarbeiten gesperrt ist. Und da es sich zumeist um eine Einbahnstrasse handelte, musste ich mit anderen Alternativen vorlieb nehmen und รผberwand diesen Bereich im Zick-zack.
Irgendwie war ich doch knapp an Notre Dame dran – aber eben nur knapp. Der restliche Weg dorthin war mir zu mรผhsam, so dass ich die Kathedrale links liegen liess und mich auf den Weg zum Eiffelturm machte. Schliesslich startet der nรคchste Radweg auch bei Notre Dame, so dass ich etwas spรคter nochmals einen Anfahrtsversuch machen kann…
Also hin zum Eiffelturm, welcher irgendwann nicht mehr zu รผbersehen war. Nach einem kurzen Fotoshooting ass ich dort auch gleich mein Mittagessen bei herrlichem Sonnenschein.
Auf einer anderen Route ging es anschliessend zurรผck zu Notre Dame, wo ich dieses Gebรคude doch noch auf die Speicherkarte bannen konnte.
Danach kehrte ich Paris den Rรผcken und fuhr flussaufwรคrts der Seine entlang. Zunรคchst fuhr ich durch den Pariser Strand. ein sehr nahes Naherholungsgebiet an der Seine, danach zumeist auf schรถnen Radwegen – wobei da schon von Ortschaft zu Ortschaft mรคchtige Unterschiede auszumachen waren. So hat es mich einmal auf einer elenden Rumpelpiste auch fast vom Rad gehauen!
Mit Morsang-sur-Seine hatte ich seit Paris ein Ziel, und hier erreichte ich den Campingplatz gegen 17 Uhr. Nach dem Zeltaufbau musste ich mich um meine Fressalien-Tasche kรผmmern, da gestern eine Portion Caramel-Crรจme ausgelaufen ist. Als ich dies heute morgen entdeckte, hatte ich noch keine Lust, die Sauerei aufzurรคumen – nun musste es aber sein. Also Tasche ausrรคumen, alle kontaminierten Sachen abwaschen, Tasche auswaschen und dann alles trocknen lassen. Hoffentlich wird die wasserdichte Tasche bis morgen auch tatsรคchlich trocken…


















