Sa 14.07.2007 | Kolding – Esbjerg

,

Via

  • Vojens
  • Gram
  • Ribe

Infos

  • 122 km
  • 7:13 h
  • 4.50 l

Übernachtung

  • Jugendherberge

Samstagmorgen, 06:00 Uhr. Mit einem lauten Klopfen an die Kabinentür werde ich im CityNightLiner von Basel nach Kopenhagen aus dem Kajütenbett geholt. Ausweiskontrolle von dänischen Zollbeamten an der Deutsch-dänischen Grenze! Und ich dachte, im Schengenraum gäbe es keine Grenzkontrollen mehr…

Aber um 7:35 Uhr war sowieso die Ankunft in Kolding terminiert, so dass ich nun genügend Zeit hatte, mich frisch zu machen und das Gepäck zu vorzubereiten. Doch dann kam die nächste Aufregung: Die Zugbegleiterin teilte mit, dass der Bahnsteig in Kolding zu kurz sei und deshalb alle in den hinteren Wagen aussteigen müssten. Tja, da gab es ein kleines Problem, da der Velowagon im vorderen Teil des Zuges platziert ist. Also sind alle mit ihrem Gepäck nach hinten gelaufen, und ich mit meinem nach vorne. Gespannt bin ich dann in den Bahnhof eingefahren, habe die Tür geöffnet – und der Bahnsteig hätte auch für den vordersten Wagen noch gereicht! So konnte ich problemlos Gepäck und Fahrrad ausladen.

Nachdem ich das Velo beladen hatte, kam die nächste Hürde, die es zu meistern galt: die Bahnhofunterführung, welche nur über Treppen zu erreichen war. Runter ging ja noch einigermassen, aber ein vollbepacktes Zweirad eine Treppe hochzuschieben, ist nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung! Bei der Rückfahrt 3 Wochen später habe ich dann gesehen, dass es am anderen Ende des Bahnsteigs einen Lift gehabt hätte…

Die Ausfahrt aus Kolding habe ich dann überraschend gut gefunden, und bin direkt Richtung Jels gefahren. Kurz vor Jels führte mich der Radweg dann erstmals durch einen kleinen Wald an einen idyllischen See. So schön diese Szenerie war, umso ärgerlicher wurde es anschliessend in Jels. Der Radweg führte mich wieder zurück an eine Strasse, und an der Kreuzung gab es dann nur links und rechts als Option. Ein Vergleich der Ortschaften auf den Wegweisern und der Karte ergab, dass ich die (nicht vorhandene) Strasse geradeaus benutzen wollte… Ich entschied mich also für links, was dann zu einer Zusatzstrecke von ca. 10 km führte. So sichtete ich einerseits aber immerhin meine ersten Windräder in Dänemark. Andererseits konnte ich aber auch ein bisschen Moral tanken, als ich eine kleine – aber steile –  Steigung hinauf eine Gruppe von (stossender) Radfahrer überholen konnte. Immerhin hatten die kein Gepäck dabei!

Überrascht bin ich durch die flachen Backsteine, mit denen in Dänemark die Häuser gebaut werden. Da ist es sicher nicht einfach, gerade Mauern zu erstellen. Und sicherzustellen, dass zwischen den Backsteinen immer dieselbe Dicke an Mörtel liegt. Aber eine Strassenzeile mit solchen Häusern sieht schon fantastisch aus!

In Gram war dann die erste Nahrungsaufnahme in Dänemark angesagt. Dort sah ich eine Kombination aus Restaurant / Pub / Fast-Food-Store direkt an der Strasse. Also parkierte ich mein Gefährt, studierte die Speisekarte von oben bis unten, suchte mir etwas lecker klingendes aus, setzte mich draussen an einen Tisch und wartete erwartungsvoll darauf, was mir wohl vorgesetzt wird. Ich muss sagen, dass meine (Zufalls-)Wahl aber vorzüglich war. Fein gewürztes Hackfleisch mit Kartoffeln und etwas Gemüse – einfach lecker!

Nach dem Mittagessen ging es dann weiter Richtung Westen nach Ribe. Und wie vor der Pause ging es auch gleich weiter: mit Gegenwind! Aber am ersten Tag einer Tour soll man sich von den Naturgewalten ja nicht die Laune verderben lassen, und so strampelte ich mit dem Kopf knapp über dem Lenker weiter. Nachdem ich Ribe hiner mir gelassen hatte, hatte ich sogar ein paar Kilometer Seitenwind, wo es in wieder einmal in einem angemessenen Tempo voran ging, aber die Strasse drehte dann bald wieder in den Wind. Und da ich es nicht gleich am ersten Tag übertreiben wollte, machte ich dann schon in Esbjerg Schluss. Eigentlich hatte ich ja in der Jugendherberge von Oksbøl ein Bett reserviert, aber dann wären nochmals 20 km zurückzulegen. Und mit dem aktuellen Tempo bedeutet dies eine Reisezeit von ca. 2 Stunden…

Also fuhr ich in Esbjerg ins Zentrum hinein, fand dann schlussendlich auch einen Stadtplan – und das nur kurz vor der Jugendherberge! So fand ich in der prächtigen JH Esbjerg Unterschlupf. Allerdings hatte es nicht so viele Gäste, so dass ich alleine in einem Doppelzimmer war – und auch sonst blieben sehr viele Betten leer.

Nachdem ich sämtliches Gepäck meinem geschundenen Rücken zugemutet habe, 2 Stockwerke zu überwinden, nahm ich die wohlverdiente Dusche und richtete mich im Zimmer ein. Und dann kam die mentale Hürde: „Und was jetzt?“, fragte ich mich. Bin ich alter Sack imstande, die ganzen 3 Wochen durchzustehen? Oder kann ich das gelöste Retourbillet auf ein früheres Datum vorziehen? „Ich muss raus!“, dachte ich mir, damit ich wieder auf andere Gedanken komme.

Nach einer kleinen Stärkung in der nahe gelegenen Pizzeria kontrollierte ich nochmals, ob ich das Fahrrad sicher abgeschlossen hatte, und haute mich dann bald aufs Ohr, um meinem müden Körper etwas Ruhe zu gönnen.


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