Bei der Ausfahrt von La Spezia hatte ich OrganicMaps permanent eingeschaltet, denn dem Track war nicht einfach zu folgen. Dafür gab es meistens kaum Verkehr und auch nicht allzu viele Höhenmeter. Etwas speziell war die Nutzung der Autobahnbrücke, wo der schmale Radweg zwischen Brüstung und Schallschutzwänden über den Fluss geht. Zum Glück kam mir da nur ein einziger Velofahrer ohne Satteltaschen entgegen!
Als ich wenig später in Santo Stefano di Magra die Hauptstrasse erreichte, blieb ich auf dieser, anstelle im Zickzack weiter Richtung Süden vorzustossen. Erst als sich zwischen Sarzana und Massa der Track mit der Hauptstrasse kreuzte, bog ich ab und fuhr auf der geplanten Route ans Meer. Dutzende Kilometer folgte der Radweg nun der Küste, das Mittelmeer war aber nur selten zu sehen; zwischen Meer und Strasse war ein 40 – 50 Meter breiter Streifen, der durchgehend mit Clubs und Restaurants bebaut war.
Im Abschnitt von Massa gab es aber auch hin und wieder Wegweiser für Fussgänger, um an den Strand zu gelangen. Ich folgte einem dieser Schotterwege, und fand mich am weiten, schwarzen Sandstrand wieder. 20 Meter links von mir war eine Person in einem Liegestuhl, 50 Meter schräg links zwei Angler – sonst hatte ich den Strand während der Mittagspause für mich alleine. Fast alleine – natürlich mussten mich wieder Fliegen necken…
Nachmittags ging es zunächst weiter der landeinwärts versetzten Uferpromenade entlang, bis in Viareggio ein Kanal einmündete und die Strasse noch ein paar Meter weiter landeinwärts weiterging. Auf der folgenden, ca. 5 Kilometer langen, schnurgeraden und von Bäumen gesäumten Strasse gab es zwar keinen Radweg mehr, aber die ganze Strasse war für den motorisierten Verkehr gesperrt! So hatte die gesamte Breite fast für mich alleine – es sah noch ein paar Velofahrer, die man aber an einer Hand abzählen kann, sowie ein paar Jogger und Fussgänger.
Anschliessend ging es wieder näher ans Meer heran, und der Radweg wurde herausfordernder: Es ging auf einer Naturpiste weiter, auf der es zunächst permanent riesige Wasserlöcher zu umkurven galt. Danach wurde der Pfad schmaler und ich musste bei ein paar Stellen aufpassen, dass ich nicht im angewehten Sand stecken blieb. Die letzten zehn Meter an Meer, beim Bocca die Serchio, musste ich das Fahrrad schlussendlich durch den tiefen Sand schieben. Entlang dem Serchio war der Untergrund wieder fest und wurde mit der Zeit immer breiter, bis ich schlussendlich wieder Asphalt unter den Rädern hatte.
In Pisa hatte ich kaum die Ortseinfahrt passiert, bog der Radweg in eine Fussgängerzone ein und ich stand vor dem Torre di Pisa, besser bekannt als „Schiefer Turm von Pisa“. Nach einer kurzen Pause ging es an den Arno und von dort aus zu meiner Unterkunft, die direkt an meiner Route nach Florenz liegt. Mein Zimmer war früher wohl in einem grösseren Saal, denn die Decke spannt sich über den Gang zum nächsten Raum.
