10. Oktober. Es ist nun also genau ein Jahr her, seit die Dorfchronik Beinwil an der Vernissage vorgestellt wurde (www.beibel.ch). Hach, was war das letztes Jahr für ein emotionaler Event! Nach vielen Jahren der Vorbereitung als Lektor (mit einem intensiven „Schlussspurt“ von fast zwei Jahren!) und dem Schreiben des Vernissage-Drehbuchs mit Integration von Theaterspielern, der Musikgesellschaft Beinwil, Regierungsrat, Gemeindepräsident und natürlich dem Chronikteam war es ein herrliches Gefühl zu sehen, dass das Programm und die Bücher beim Publikum gut ankamen!
Jetzt bin ich aber in einem anderen Projekt, von dem ich aber noch ein bisschen länger träumte und dessen Ausgang und Dauer völlig offen sind. Ein paar Jahre sollten es aber schon werden… Jedenfalls startete ich wieder gegen 09.00 Uhr die heutige Etappe. Der Wind ging nachts frische Luft holen und war noch nicht zurück, weshalb die gefühlte Temperatur höher war als gestern. Nach 7 Kilometer konnte ich deshalb vom Langarmtrikot ins Kurzarmhemd wechseln, und nach der Mittagspause konnte ich sogar das Thermo-Unterhemd auf die Gepäcktaschen klemmen.
Mit der Sonne im Gesicht gab es vormittags nicht viel zu sehen. Die ersten 35 Kilometer waren sowieso hauptsächlich entlang einer stark befahrenen Strasse und ich konzentrierte mich hauptsächlich darauf, den Radstreifen bzw. das Asphaltband rechts der Aussenmarkierung nicht zu verlassen. In Meyrargues bog ich wieder auf die Veloroute 8 ein; nun war ich hauptsächlich auf schmalen Strässchen unterwegs, aber auf den ersten Kilometern hatte es immer noch verhältnismässig viel Verkehr…
Nach wenigen Kilometern war es aus mit flach fahren; ich gehe davon aus, dass ich in den nächsten Tagen und Wochen das Höhenmeter-Konto wieder kräftiger aufstocken werde als in den vergangenen Wochen. Auf den über 1’500 Kilometern seit dem zweiten Tag in Frankreich (Carhaix) habe ich lediglich knapp 4’700 Höhenmeter erklimmen müssen. Es kann durchaus sein, dass ich bis zur italienischen Grenze nochmals so weit hinauffahren werde – aber in einer deutlich kürzeren Distanz!
Vor Jouques bog der Radweg erstmals von der Hauptstrasse ab, und auch danach war dieser meist auf einer Nebenstrasse angelegt. Ich gehe davon aus, dass die letzten beiden, happigen Anstiege nach Rians bald nicht mehr Teil der Veloroute sein werden; ich habe gesehen, dass die Wiederherstellung und Neuteerung eines ehemaligen Bahntrassees fast abgeschlossen ist. Nach Esparron-de-Pallières ging der Radweg dorthin auf den bereits offiziell eröffneten Abschnitt – und von dort aus ging es bis kurz vor Barjols sogar leicht bergab, weshalb ich auf dem frisch geteerten Radweg schön gemütlich vor mich hinrollen konnte.
In Barjols ging ich noch einkaufen, danach war ich nicht mehr ganz so schnell unterwegs. Ich habe nun Nahrung bis Montag dabei, also etwa fünf Kilogramm aufgeladen (davon 3.5 kg Flüssigkeit) – und mit bergab und fein geteert war es nun auch vorbei… Es war aber nicht mehr so weit, und schon kam der Abzweiger nach Cotignac. Dort rollte ich gegen 16.15 auf den Campingplatz und ich beeilte mich, das Zelt an einem Sonnenplatz aufzustellen und die Dusche zu nehmen – es war absehbar, dass die Sonne bald hinter dem Bergrücken verschwinden wird! Um 18.00 Uhr lag der Campingplatz auch tatsächlich endgültig im Schatten.
