Am Morgen konnte ich ausschlafen, denn der Eingang vom Schloss ist lediglich etwas mehr als einen halben Kilometer vom Zeltplatz weg, die Tore รถffnen sich erst um 10.00 Uhr. Dafรผr hรถrte ich wieder das Drachenfauchen – es stiegen die selben Ballone auf wie gestern Abend. Ich bin gespannt, ob sie sich auch heute Abend wieder in die Luft erheben werden…
Etwas nach 09.30 Uhr lief ich gemรผtlich los und vor dem geschlossenen Tor war die Warteschlange noch kurz – nur ein Pรคrchen stand bereits dort. Um 10.00 Uhr waren wir mehr als ein Dutzend Personen. Zuerst besichtigte ich die Innenrรคume vom Chateau Chaumont-sur-Loire – und man konnte erfahren, dass frรผher einige Prinzen und Prinzessinnen dieses Schloss besucht hatten. Mit den Pfeilen wird man von Raum zu Raum geleitet, wobei ich die Orientierung habe. Als ich in einem Raum das Ausgangs-Schild auf der rechten Seite sah, meinte ich, dass zuerst noch ein Raum auf der linken Seite zu besichtigen ist. Das war aber bereits wieder der Treppenaufstieg zum allerersten besichtigen Raum, weshalb ich den Rundgang im Schnelldurchlauf und ohne Seitenrรคume nochmals durchging…
Anschliessend ging es in die Stallungen und Nebengebรคude, wo – wie auch sonst รผberall auf dem Gelรคnde – Kunstschaffende ihre Objekte und Installationen aufgebaut haben. Schlussendlich ging es noch in die riesigen Gartenanlagen. In einem Teil ist ein internationales Gartenfestival untergebracht, wo auf kleinem Raum 25 verschiedene Gartenanlagen zum Thema „Kino“ angelegt worden sind. Da gibt es beispielsweise Gรคrten zur Truman Show oder Jurassic Park, oder wo man selbst als Hauptdarsteller positioniert wird. Jedenfalls sehr ideen- und abwechslungsreich.
Zum Schluss ging ich noch in den „Aussenbereich“ auf eine grรถssere Runde, wo auch Gรคrten zu verschiedenen Themen angelegt worden sind. So gab es beispielsweise auch einen koreanischen, einen japanischen und einen mediterranen Garten. Apropos mediterran: Die Temperaturen passten dazu, es wurde sicher 30 Grad heiss! Da war ich froh, dass ich gestern das Zelt so unter den Bรคumen platziert habe, dass ausser am frรผhen Morgen den ganzen Tag Schatten darauf fallen sollte!
Gegen 14.00 Uhr hatte ich genug besichtigt und lief zum Campingplatz zurรผck. Dort stieg ich aufs Fahrrad und fuhr fast wieder zum Schlosseingang – dort befindet sich ein Velorastplatz mit Reparaturstation. Schon seit ich wieder in Frankreich angekommen bin, benรถtigt das Vorderrad alle ein bis zwei Tage ein paar Motivationsstรถsschen mit der Luftpumpe. Ich dachte, dass Steine wieder durch das Loch vom zweiten Tourtag gestossen sind und den Schlauch wieder aufgescheuert haben. Aber nein: Ein spitzer Stift stiess neben dem Pannenschutz durch den Pneu. Ich hoffe nur, dass dieser nun komplett draussen ist; ich konnte ihn zuerst deutlich fรผhlen, konnte ihn aber nicht zurรผckstossen. Nachdem ich das Veloflickset geholt hatte, um damit drauf zu drรผcken, war er aber weg! Es ist zwar ein schwacher Trost, aber: falls ich in den nรคchsten Tagen wieder einen Platten habe, gibt es der Loire entlang immerhin zahlreiche Veloreparaturstellen…



















