Wow, war das eine warme Nacht: Bis gegen 21.30 Uhr sass ich draussen im Campingstuhl, die Apsis vom Zelt hatte ich die ganze Nacht komplett offen. Den ganzen August war das undenkbar, da wรคre ich sonst erfroren!
Heute war der Himmel bedeckt, nur bei Josselin nach 25 Kilometer zeigte sich kurz die Sonne. Dafรผr herrschte eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit: Kaum war ich gegen 9 Uhr vom Campingplatz gefahren, war mein Hemd schon klatschnass. Und die Brille habe ich auch rasch wieder in der Lenkertasche verstaut, denn die Tropfen sammelten sich beidseits der Glรคser. Geregnet hat es heute aber nur zweimal ganz leicht und kurz, als ich nach dem Mittagessen ein Nickerchen machte.
Bis Redon folgte der Radweg weiter dem Canal de Nantes ร Brest, wieder etwa 30 Schleusen bergab. Als ich nach 83 Kilometer vom Kanal abbog, um zum Hotel zu fahren, war ich gerade mal 11 Meter bergauf gefahren – das hat sich auf den letzten 5 Kilometer zwar vervielfacht, aber mit 72 Hรถhenmetern kann man das wirklich als Flachetappe bezeichnen! Und da kaum Wind herrschte bzw. dieser ganz leicht von hinten kam, war auch das Tempo entsprechend hoch; ohne dass ich mich gross anstrengen musste, betrug die Durchschnittsgeschwindigkeit dem Kanal entlang 19.5 km/h!
Ansonsten war es ein ereignisloser Tag dem Kanal entlang, an dem ich vor mich hintrรคumen konnte. Nur hin und wieder musste ich mich mehr konzentrieren, wenn andere Radler entgegenkamen oder Fussgรคnger – meist mit Hunden – unterwegs waren.
Nachdem ich im Intermarchรฉ eingekauft hatte, fuhr ich praktisch nur noch auf die andere Strassenseite, wo sich mein Hotel befindet. Im Einkaufszentrum befindet sich auch ein Restaurant – somit ist auch schon klar, wohin ich morgen zum Mittagessen gehe, denn hier lege ich morgen einen regenbedingten Ruhetag ein.
Heute war wieder der erste Tag, an dem ich bei den Kreuzungen wieder instinktiv in die richtige Richtung schaute, um allfรคlligen Verkehr abzuwarten. Auch in Kreisel konnte ich wieder ohne zu รผberlegen, wo es durchgeht, bewรคltigen. Und dem Fahrrad habe ich den Drang auf die linke Seite auch abgewรถhnt! Schon unglaublich: Als ich in Grossbritannien ankam, klappte die Umstellung auf den Linksverkehr im Nu, aber zurรผck „zur Normalitรคt“ benรถtigte ich mehrere Tage!



















