Mein heutiges Ziel habe ich nicht erreicht: In Westport zu sein, bevor mich der Regen erwischt. Ab Turlough wurde die Luftfeuchtigkeit immer hรถher, bis ich Regenjacke und – hose anziehen musste. Erst nach Castlebar konnte ich wieder darauf verzichten. Wรคhrend ich am Morgen endlich mal wieder nur mit dem Kurzarmhemd starten konnte, war das nach dem Regenschauer nicht mehr mรถglich – die Temperaturen waren zwar nur unwesentlich geringer, aber ich habe das trockene Thermo-Unterhemd bevorzugt. Das Kurzarmhemd zog ich erst auf den letzten Kilometern vom Tesco zum Campingplatz darรผber.
Unterwegs ist sonst nicht viel Nennenswertes passiert. Nach Turlough hatte ich jedoch – wenn man den Regen weglรคsst – ein perfektes Timing. Ich kam da zusammen mit einem lokalen Radfahrer zum Abzweiger von der Strasse auf den Radweg, und dieser war mit einem Absperrgitter gesperrt – Strassenarbeiten. Wir diskutierten, auf welcher Route wir alternativ am Besten nach Castlebar kommen kรถnnten; zurรผck nach Turlough und dort รผber die Nebenstrassen war wohl der etwas kรผrzeren Schnellstrasse vorzuziehen. Da kam aber ein Jogger รผber den Zaun neben dem Gitter geklettert und dieser berichtete, dass der Radweg auf der ganzen Lรคnge bis Castlebar problemlos befahrbar sei – er komme gerade von dort. Also das Absperrgitter zur Seite geschoben und auf einem kรผrzlich geteerten „Greenway“ nach Castlebar gefahren, den wir nur mit ein paar wenigen Fussgรคngern teilen mussten.
Die letzten Kilometer vor Westport gingen nochmals krรคftig in die Beine, da es immer wieder kurze, aber steile Anstiege zu bezwingen gab. Den steilsten Anstieg gab es aber nach dem Einkaufen beim Tesco: Um dorthin zu gelangen, bin ich von einer umfunktionierten Eisenbahntrassee hinuntergefahren und danach rรผber zum Tesco. Nach dem Einkaufen verliess ich den Parkplatz auf dem „offiziellen“ Ausgang bergauf, die Hauptstrasse ging danach aber wieder leicht den Berg hinunter. Auf der Karte konnte ich sehen, dass meine Route rechtwinklig links weggeht – und da waren wieder 20-30 Hรถhenmeter mit gegen 20 % zu bewรคltigen, um zum Fahrradweg zu gelangen! Es handelte sich wieder um eine stillgelegte Eisenbahnstrecke, die letzten Abschnitte um den Bahnhof sind fรผr Fahrradfahrer leider gesperrt!
Immerhin ging es danach sanft bergab, bis ich an der Kรผste war, und kurz vor 14 Uhr hatte ich den Campingplatz erreicht. Dort habe ich gleich noch eine zweite Nacht gebucht (es war der letzte Platz, den sie noch hatten), denn morgen soll es den ganzen Vormittag regnen. Also lege ich wieder einen Ruhetag ein. Mit den Abkรผrzungen der letzten Tage sollte ich eigentlich gut im Zeitplan liegen, so dass ich fรผr den sรผdlichen (und hoffentlich etwas wรคrmerem) Teil Irlands wieder mehr der geplanten Route folgen kann.


















