Sa 04.07.2026 | Canterbury – Gravesend

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Via

  • Whitstable
  • Sittingbourne
  • Chatham
  • Rochester

Infos

  • 95 km
  • 7:13 h
  • 6.00 l
  • Zimmer
  • Peace and Love House
  • GBP 54.17

Strava

Wo ist das gute Gefรผhl von gestern hingegangen?

Ich wachte exakt zur selben Tageszeit auf wie in den vergangenen Tagen – nur ist es hier erst 4 Uhrโ€ฆ Also nochmals drehen, etwas dรถsen und knapp eine Stunde spรคter mit dem Frรผhstรผck begonnen. Bevor ich die weiteren รผblichen Tagesvorbereitungen traf, las ich noch ein Kapitel im Buch (James Bond, From Russia with Love) und fuhr kurz vor 7 Uhr vom Campingplatz. Zuerst gab es da eine kurze Stadtbesichtigung von Canterbury, danach ging es steil den Berg hoch. Ich mรผhte mich hoch und konnte noch einen letzten Blick auf die Kathedrale hinunterwerfen.

Heute benรถtigte ich Organic Maps wenig zum Navigieren, denn ich konnte ab der Innenstadt von Canterbury den Radwegweisern mit der Nr. 1 folgen. Und der Radweg bot heute vieles, meist abseits vom Verkehr: Singletrails, Hauseckenpassagen, enge Pforten, grober Schotter und schlecht unterhaltene Teerstrassen, steile Schiebepassagenโ€ฆ

Am meisten beschรคftigte mich heute aber den geringen Vortrieb, den ich heute kaum entwickeln konnte. Schon beim ersten Anstieg aus Canterbury hinaus kroch ich im kleinsten Gang daher, und auch danach konnte ich nie weit nach oben schalten. Da die Kette etwas zwitscherte, habe ich sie unterwegs frisch geschmiert, und zweimal habe ich erfolglos nachgeschaut, ob allenfalls die Hinterradbremse an der Felge schleift. Und ich kroch weiterโ€ฆ Gegen Mittag habe ich die Hinterradbremse ausgehรคngt, und danach ging es doch einen oder zwei Gรคnge hรถher weiter. Also hรคngte ich vor der nรคchsten Abfahrt die Bremse wieder ein und habe sie neu justiert.

Das war aber bei Weitem immer noch nicht das Tempo der letzten Tage. Ein Grossteil des Einbruchs ist sicher auf den Wind zurรผckzufรผhren: Gestern wurde ich in Frankreich fรถrmlich nach Calais und dann spรคter nach Canterbury geschoben, heute hatte ich ihn wieder im Gesicht! Und dann kam wohl noch ein psychologischer Effekt dazu: Wenn man das Gefรผhl hat, nicht vorwรคrts zu kommen, kann ich offenbar nicht die vollen Energiereserven aus dem Kรถrper kitzeln. Solche Tage gibt es, und die muss man einfach erdulden und die Landschaft geniessen.

Nachdem ich zunรคchst noch dann und wann an der Meereskรผste war (es war aber Ebbe), erreichte ich schlussendlich die Themse. In Gravesend versuchte ich, telefonisch einen kleinen Campingplatz zu erreichen, es ging aber nur der Anrufbeantworter ran. Da ich nicht riskieren wollte, nach der Anfahrt keinen Platz zu haben, buchte ich in Gravesend ein Zimmer. Da dieses 5 km in der entgegengesetzten Richtung von meinem Standort war, konnte ich doch noch den Windeffekt spรผren: Mit Rรผckenwind ging es nun deutlich schneller voran! Das lรคsst doch hoffen, dass ich morgen die Durchfahrt von London schaffen werde. Der Sonntag kรถnnte dazu ideal sein, da der Berufsverkehr fehlt.

Ach ja: Heute habe ich die erste 1’000 km-Marke der Tour erreicht.


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