Das Gewitter kam im Verlaufe der Nacht. Ich wachte auf, schloss die Apsis, damit das Vorzelt nicht nass wird, und schlief mit meinen Ohrenpfropfen ungestรถrt weiter. Das Gewitter muss aber heftig gewesen sein, denn der Schmutz vom Boden spritzte ziemlich weit das Zelt hoch. Auch von verschiedenen Campern wurde ich gefragt, ob ich denn gut geschlafen habe und ob ich trocken durch die Nacht kam. Also vor dem Gewitter war es wohl nรคsser im Zelt, da ich wegen der Hitze schwitzte…
Der Regen hielt den ganzen Morgen an, so dass ich nach 10 Uhr meinen Aufenthalt um einen Tag verlรคngerte. Auch wenn es in der nรคchsten Stunde noch aufhรถren sollte, ist ja trotzdem alles nass, inklusive Radwege.
Tatsรคchlich hรถrte der Regen dann gegen 12.30 Uhr auf. Kurz nach 15 Uhr wollte ich mich im Dorfladen noch mit Esswaren eindecken. Dabei zog ich sogar ein Thermounterhemd an, weil es kรผhl blieb. Das war gestern, als es 15-20 Grad wรคrmer war, noch undenkbar…
Unten im Dorf musste ich feststellen, dass der Laden samstags bereits zur Mittagszeit schliesst. Ich rollte weiter den Berg hinunter nach Mauth, die Strecke kenne ich von der gestrigen Anfahrt ja bestens. In Mauth hatte ich allerdings auch kein Glรผck, die beiden Lรคden waren ebenfalls bereits geschlossen. Nun werde ich mich morgen also von den Notreserven ernรคhren – dafรผr habe ich diese ja dabei!
Zurรผck nach Finsterau nahm ich den Radweg, der durch den Wald fรผhrt. Nur auf den letzten beiden Kilometern wurde die Steigung etwas steiler, zuvor konnte ich grosse Gรคnge problemlos durchdrรผcken. Ohne Gepรคck geht es offensichtlich doch etwas besser… Und auch die gestrige Reinigung des Fahrrades hat sich ausbezahlt, denn ich hatte รผberhaupt keine Antriebsprobleme. Die Ursache war also tatsรคchlich die Kette, die von den vielen Schotterpisten vรถllig verschmutzt war.
Nun widme ich mich bis zur Schlafenszeit wieder den Abenteuern von Sherlock Holmes.


















