Gestern abend hatte ich mir einen schönen Plan zurechtgelegt mit Zelt aufbauen, duschen, Tagebuch nachführen, essen und WM-Finale schauen. Der Fehler in meiner Planung war, dass der WM-Final bereits um 17 Uhr begann und nicht wie erwartet um 20 Uhr… Das hatte dann immerhin auch zwei Vorteile: Einerseits legte sich Feuerwerklärm und Autohupen-Konzerte schon nach 20 Uhr, andererseits konnte ich mich ohne schlechtes Gewissen schon früher hinlegen.
Und so schlief ich dann fast 9 Stunden bis um 6 Uhr morgens. Frühstücken, Toilette, Wasserflaschen füllen, Zelt abbauen, Fahrrad beladen und nach 75 Minuten den Campingplatz verlassen – das übliche Standardprozedere.
Die Strecke war gleich sehr anspruchsvoll und ging eigentlich nie eben daher und eher tendenziell bergauf als bergab. Evaux-les-Bains war das erste Etappenziel, von wo aus erstmals eine grössere Abfahrt etwas weiter nach Chambon-sur-Voueize hinunterführte. Unten angekommen, zeigten die Schilder bereits die Möglichkeiten nach Aubusson an. Gemäss meinem Routenvorschlag nahm ich die 34km-Variante und liess die 50km-Option rechts liegen.
Wie am Morgen ging es auch hier wieder auf schmalen Strassen mit sehr wenige Verkehr in ständigem Auf und Ab dahin.
Nach dem Mittagessen-Sandwich fuhr ich noch eine Stunde weiter, bis ich dann wieder einen längeren Halt für den Mittagsschlaf einlegte. Heute brannte die Sonne wieder durchgehend vom Himmel herunter, so dass diese Schattenpause neue Kraft spenden konnte.
Nach dieser Pause waren es gemäss bisheriger Beschilderung noch 17 Kilometer bis Aubusson, doch plötzlich wurde eine Entfernung von deren 22 angegeben. Schlussendlich waren es deren 19 bis ins Stadtzentrum, wobei ich diese dank einer langen Schlussabfahrt relativ schnell bewältigt hatte.
Nach Aubusson deckte ich mich im Carrefour mit neuer Verpflegung ein und nahm die letzten 5 Kilometer bis zum Campingplatz von Felletin in Angriff. Diese hatten es in sich, stand doch wieder ein langer steiler Anstieg an. Danach noch ein paar 100 Meter auf der anderen Seite hinunter – und dort stand das Hinweisschild, dass der Campingplatz geschlossen ist! Alle Mühe umsonst!
Ich kehrte daher wieder um und fuhr zurück nach Aubusson, wo ich vorher am Stadtausgang am Campingplatz vorbeigeradelt bin. Dort traf ich um 16.45 Uhr ein und suchte mir ein schattiges Plätzchen für mein Zelt.


















