Do 11.08.2016 | Jablanica – Jajce

,

Via

  • Makljen (1’123m)
  • Bugojno
  • Donji Vakuf

Infos

  • 121 km
  • 7:21 h
  • 4.00 l

รœbernachtung

  • Hotel

Wenn mir gestern jemand gesagt hรคtte, dass

– ich heute froh um Thermo-Unterhemd und Windjacke sein werde und beides anziehen werde, ich hรคtte ihn/sie fรผr verrรผckt erklรคrt;
– ich heute 120 Kilometer auf den Tacho bringe, ich hรคtte ihn/sie fรผr verrรผckt erklรคrt;
– ich mich heute nach der Fahrt viel fitter fรผhle als am Morgen beim Start, ich hรคtte ihn/sie fรผr verrรผckt erklรคrt;
– man in Bosnien von einem 1’123 Meter hohen Pass 79 Kilometer herunterfahren kann, bis die erste Gegensteigung kommt, ich hรคtte ihn/sie fรผr verrรผckt erklรคrt!

โ€ฆaber alles mal der Reihe nach…

Um 04.15 Uhr haben mich Regentropfen geweckt, die auf das Dach prasselten – immer mehr Tropfen und immer heftiger. Meine Hoffnung war, dass dieser Spuk nach 2 Stunden beendet sein wird. Mein Wunsch wurde Realitรคt, so dass bei meinem Start um 07.15 Uhr die Strasse bereits grรถsstenteils abgetrocknet war. Der Himmel war aber immer noch bedeckt, und das blieb auch den ganzen Tag so.

Ich hatte immer noch ein leicht flaues Gefรผhl im Magen. Deshalb hoffte ich, einfach irgendwie รผber den etwa 40 Kilometer entfernten, 1’123 Meter hohen Makljen zu kommen – gemรคss meiner Karte mit einer Steigung von bis zu 16%! Um meinen Kรถrper zu schonen, gab ich daher nicht vollen Druck auf die Pedale – und als das ein paar Kilometer gut ging, ohne dass sich mein Magen meldete, wagte ich etwas mehr. Bei einem Anstieg zu einer Staumauer drรผckte ich die Pedale durch – und es funktionierte ohne Probleme (mit Ausnahme von Atemnot natรผrlich…). So konnte ich beruhigt weiterpedalen und Stรผck fรผr Stรผck den Berg hochfahren.

Erstaunlicherweise fand ich auch einen guten Rhythmus, welcher mir auch in den steileren Passagen immerhin ein Vorwรคrtskommen mit 6-8 km/h ermรถglichte. Nur auf dem nicht asphaltierten Abschnitt, wo sie gerade die Strasse neu machen, war ich doch deutlich langsamer – aber das ging allen anderen Verkehrsteilnehmern genauso auch… Gegen 11 Uhr hatte ich schon deutlich mehr als 30 Kilometer zurรผckgelegt, und es war Zeit fรผr ein erstes Mittagessen. Ich fand auch ein Plรคtzchen, welches mich dank dem Wald vom frischen Wind schรผtzte, aber mir war trotzdem kalt. So kramte ich die Windjacke aus dem Gepรคck, bevor ich ein Sandwich verzehrte.

Mit der Windjacke wollte ich anschliessend den Berg nicht hochfahren – aber nur mit dem Shirt war es mir definitiv zu kรผhl. Schliesslich hat es gegen 20 Grad weniger als gestern! Also nahm ich auch noch ein Thermo-Unterhemd aus dem Gepรคck, welches bis zum Ende der Etappe am Kรถrper blieb.

Die 16 prozentige Steigung ist auf der Karte leicht oberhalb der Stelle eingezeichnet, wo ich mich verpflegte. Anscheinend war das Essen so gut, dass ich danach diese maximalen Steigungsprozente gar nicht wahrgenommen habe…

Es folgte noch eine Spitzkehre, und schon war ich auf der letzten (kurvigen) Geraden auf die Passhรถhe. Dort hatte es der Wind in sich, so dass ich rasch wieder die Windjacke anzog und mich daran machte, wieder in tiefere Gefilde zu gelangen. Die ersten 10 Kilometer waren dabei eine perfekte Abfahrt, ohne Treten und ohne Bremsen einfach hinunterrollen. Toll!

Danach wurde es flacher, der Gegenwind war auch zu spรผren – aber der konnte mir heute wenig anhaben. Bald erreichte ich Bugojno. Es ist ja erst 14 Uhr, reicht es doch noch ins knapp 50 Kilometer entfernte Jajce? Also weiter Richtung Donji Vakuf – und warum dieser Abschnitt auf meiner Karte als sehenswerte Strecke eingezeichnet ist, konnte ich nicht nachvollziehen. Etwa wegen den Industriebauten?

Wie auch immer, ich nutzte dieses Dutzend Kilometer als รœberfรผhrungsstrecke, denn ab Donji Vakuf war das relativ Enge Tal vom Vrbas wirklich ein Genuss! Und so flog ich schon fast Jajce entgegen, wo es dann wirklich noch eine Steigung hatte, um auf die Brรผcke รผber den Fluss zu gelangen. Von der Brรผcke aus hatte ich auch einen tollen Blick auf die Wasserfรคlle, fuhr dann durch die Altstadt hindurch und fand kurz vor 17 Uhr im zweiten Anlauf ein Hotel mit freien Zimmern.

Mein Magen fรผhlt sich jetzt super an, meine Beine auch – ich hoffe, das bleibt auch bei wรคrmeren Temperaturen so!


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