– Poussez, poussez! –
Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt. Demzufolge hatte ich heute mein Fahrrad eine Stunde lang ganz lieb…
10 Kilometer vor dem Gipfel vom Col du Bonhomme hielt ein Autofahrer an und erzรคhlte mir, dass er mit seinem Rad auch regelmรคssig auf Touren gehe und bald in die Toskana startete. Dann erlรคuterte er mir eine Abzweigung von der Hauptstrasse, damit ich den Anstieg zum Bonhomme praktisch alleine geniessen kann und nicht mit den vielen Lastwagen teilen muss.
Dankbar zog ich weiter und sah 2 Kilometer spรคter tatsรคchlich die beschriebene Abzweigung – bzw. Geradeausfahrt in einer Kurve. Da war wirklich kaum Verkehr – aber das wunderte mich im Verlaufe auch immer weniger! Denn es wurde steil und steiler, so dass bald nicht mehr daran zu denken war, aufs Rad zu steigen. Sogar zum Schieben war es teilweise zu steil, und oft konnte ich nur noch die Zehenspitzen in den Teer rammen – und alle paar hundert Meter eine Verschnaufpause einlegen.
Was mir der liebe Mann nรคmlich nicht erzรคhlt hat, ist der Umstand, dass es sich bei dieser Strasse um die „Diretissima“ handelt. Ohne Serpentinen geht es praktisch gerade aus den Berg hoch. Anstelle der 8 Kilometer auf der Hauptstrasse erreichte ich so den Gipfel innert 3 Kilometer…
Auf die Rute de Crรชte, welche von Pass zu Pass entlang der Vogesen fรผhrt, hatte ich danach weder Lust noch Kraft. So kleidete ich mich mit Thermounterhemd und Regenschutzjacke fรผr die Abfahrt und klemmte das Shirt hinten auf das Gepรคck – aber erst, nachdem ich ein bisschen den Schweiss ausgewrungen hatte!
Dafรผr ging es dann lange schรถn bergab, fast bis nach Colmar. Dort fand ich bald das andere Ende der Stadt und pedalte weiter bis Cernay. In Cernay war der Campingplatz „les Cigognes“ gut ausgeschrieben – und beim Abendessen schauten dann auch tatsรคchlich zwei Stรถrche vorbei. Noch ein bisschen nรคher, und sie hรคtten mit ihrem Schnabel die Spaghetti aus der Pfanne schlรผrfen kรถnnen…


















