Die Wahl meines Zeltplatzes habe ich keine Sekunde bereut! Erstens war es wirklich die ganze Nacht ruhig, und ich erschrak richtiggehend, als ich gegen 07:30 Uhr aufwachte. Zweitens konnte ich nach kurzer Strecke die Ausblicke auf den Stausee geniessen, bevor ich zur Staumauer und dann zum Fusse der Staumauer hinunterrollte. Und Drittens war das einzige Hotel neben den vielen River Rafting-Anbietern so überlaufen, dass ich wohl tatsächlich kein Zimmer bekommen und trotzdem auf das Zelt hätte zurückgreifen müssen.
Ich rollte dann weiter staunend durch das Valle Grande hinunter, seit der Staumauer sogar wieder auf Teerstrasse, und als ich 10 Kilometer nach der Staumauer eine Bauequipe passiert hatte, rollte es auf der frisch geteerten Strasse noch besser.
Nachdem ich das herrliche Tal verlassen hatte, hatte ich mit den Strassenrichtungen zu kämpfen. Eigentlich wollte ich San Rafael südlich auf der Ruta 143 umfahren. Von den beiden eingezeichneten Zufahrtsstrassen zur Ruta 143 war ich mir auch ziemlich sicher, den westlichen zu befahren, obwohl ich zuvor Kreisel durchfahren und Richtungsänderungen vornehmen musste, ohne dass irgend etwas angeschrieben wäre. Als ich dann zur Ruta 143 kam, war dann links San Rafael angeschrieben, rechts nichts. Also wie vorgesehen rechts abbiegen – doch nach ein paar hundert Metern wurde ich unsicher. Da war dann die Abzweigung nach Las Malvinas angeschrieben, welche erst bei der östlichen Zufahrtsstrasse zur 143 auf meiner Karte eingezeichnet war. Und wenn ich mich auf der östlichen Zufahrtsstrasse befinde, hätte ich zuvor links abbiegen müssen, um nicht einen grossen Umweg in Kauf zu nehmen.
Nun, ich entschloss mich für die sicherere Variante und wendete. Nach ein paar Kilometern stellte ich dann zwar fest, dass ich wie zuerst vermutet von der westlichen Zufahrtsstrasse kam, doch da war ich bereits kurz vor San Rafael. Ich fuhr dann durch die Stadt hindurch, diesmal am Hotel vorbei, und bog dann im Zentrum Richtung Monte Comán ab. So fuhr ich dann durch diese fruchtbare Gegend, wo viele Trauben angepflanzt werden, aber auch Quitten und anderes Obst.
Monte Comán ist seit San Rafael auf jedem Distanzschild angeschrieben und auf meiner Karte gross markiert. Aber so gross ist der Ort nun doch wieder nicht, und ich war schneller wieder draussen als gedacht. Daher kehrte ich dann wieder um und fand dann doch noch ein Haus mit „Cabañas“ angeschrieben, wo ich mich dann in einem Zimmer einquartierte. Früher war Monte Comán sicher noch ein bedeutender Ort, da sich laut meiner Karte hier 5 Eisenbahnlinien treffen. Aber mit Eisenbahn ist heutzutage nicht mehr viel in Argentinien: Bei den Bahnübergängen sind die Schilder und Temposchwellen zwar noch da, aber die Schienen sind überteert… Deshalb ist jetzt wohl das Wichtigste an Monte Comán, dass es der letzte Ort in der Provinz Mendoza vor der Grenze zu San Luis ist. Und bis dorthin sind es 220 Kilometer ohne Besiedlung!
Ach, übers Wetter habe ich ja noch gar nichts berichtet. Heute war es schon mal wieder ein bisschen wärmer, so dass ich die Windstopper-Jacke und Handschuhe zwar griffbereit hatte, aber nicht benötigte. Stattdessen startete ich in Langarmtrikot und Langen Hosen, wobei ich die Hosenbeine nach etwas mehr als 20 Kilometer abnehmen konnte. Die Ärmel konnte ich dann erst auf den letzten 5 Kilometer nach hinten schieben, als sich erstmals seit Tagen ein Schattenwurf ergab.


















